Börsenprognose für Montag

Börsenprognose für Montag

Gerade ist das Referendum auf der Krim zu Ende gegangen. Wie wird die Börse am Montag reagieren?

Gute Frage! Bisher gibt es keinerlei Tendenzen – alle Märkte sind geschlossen.

Schnelleinschätzung der Lage:

Man muss es sich in einer solchen Situation einfach machen. Ich könnte Ihnen auch ganze Romane schreiben – aber dafür reicht die Zeit nicht…

Also – was wird jetzt geschehen?

Ganz einfach:

Fragen Sie gedanklich jeweils 100 Menschen in Russland und in Deutschland – egal, ob und wie weit diese mit prowestlicher oder prorussischer Propaganda infiziert sind – ob die Ukraine eher zu Russland oder z. B. eher zu Deutschland bzw. zum Westen gehört?

Dann werden Ihnen in beiden Ländern ca. 95% gedanklich antworten: „Irgendwie doch eher zu Russland!“

Und dann fragen Sie die gleichen 200 Menschen: „Gehört die Krim historisch eher zu Russland oder zur Ukraine?“

Dann werden Ihnen ca. 97% der Russen antworten: „Zu Russland“ – und auch eine klare Mehrheit der Deutschen wird sagen: „Naja – historisch irgendwie zu Russland!“

Sollte ich mit diesen gedanklichen Antworten Recht haben, dann ist die Sache eigentlich gelaufen.

Und auch die Krim hat soeben ganz eindeutig abgestimmt…was aufgrund der Bevölkerungsstruktur klar war.

Natürlich verstößt das „Votum“ gegen diverse Verträge mit der Ukraine. Und es ist vermutlich nicht verfassungskonform. Und – nach unserer Rechtsauffassung verläuft eine Wahl „in so einem Land“ natürlich auch nicht so, wie von uns „gewünscht“…

Aber – wen interessiert das wirklich?

Denn:

Gegen welches Völkerrecht soll so ein „Votum“ denn verstoßen, wenn sich dieses Völkerrecht offensichtlich gegen die Meinung und gehen den Willen der Völker richtet, für das es eigentlich gedacht ist?

Daher gehe ich davon aus, dass auch der Westen „den Willen des Volkes (auch seines eigenen)“ – egal, wie es dazu gekommen ist – über kurz oder lang akzeptieren wird und über aktuelle Verträge stellt. Denn weder Europäer, noch Amerikaner, noch Russen oder Krimbewohner und schon gar nicht die Wirtschaft dieser Länder wollen eine „Verlängerung“!
Natürlich möchte man dies Russland und der Welt gegenüber nicht eingestehen und „so einen Sieg“ gönnt man Putin in keinem Fall. Daher gibt es morgen evtl. ein paar Softsanktionen.

Doch dann könnten ab nächster Woche „diplomatische Vorgänge“ eingeleitet werden, die dazu führen, dass die pro-russische Marionettenregierung auf der Krim und die pro-westliche Marionettenregierung in Kiew über kurz oder lang eine „rechtlich legitime Basis“ für die eine oder andere „Krim-Option“ schaffen werden. Natürlich unter „leichtem Druck“ ihrer …

Irgendwie…

Irgendwie…

könnte man heute extrem viel Text verfassen. Hoeneß, Krim, Herbalife etc..

Jedoch – trotz vieler Worte ist aktuell alles noch sehr unkonkret.

Während ich diese Zeilen schreibe, ist das Urteil gegen „Ulli“ noch nicht gesprochen. Wenn Sie Ihre Email erhalten, vermutlich schon…d h. hier können wir uns einen Kommentar zunächst sparen.

Auf der Krim – haben viele Recht und viele Unrecht – auch hier ist eine abschließende Beurteilung der Lage schwierig. Und so lange das so ist, wird auch die Beurteilung der Börsen eher ungenau sein.

Hier kann man nur spekulieren und meine Formel dabei heißt:

Recht und Unrecht im eigentlichen Sinne gibt es nicht! Es gibt – auch wenn uns unsere heutige Gesellschaft etwas anderes erzählen will – m. M. n. immer nur ein einziges Recht:

das Recht des Stärkeren!

Dieses Recht ist so alt wie dieser Planet – vermutlich älter…und Gesetze, wie wir sie heute kennen, werden auch immer nur von den Stärkeren gemacht.

Und nach dieser Formel wird sich der Westen letztlich durchsetzen. Was das genau bedeutet? Der Westen möchte sich gerne die gesamte Ukraine einverleiben und sein System dort installieren. Das ist legitim – eben das Gesetzt des Stärkeren. Und immerhin „Missioniert“ der Westen ja nicht mit dem Schwert, sondern mit bunt bedrucktem Papiergeld und neuen Straßen incl. deutscher Autos. Und das ist doch eine Missionierung, die man gerne hat…
Russland dagegen, letzter Vertreter des vom Westen zerbrochenen Sowjetsystems und aktuell schwächer als der Westen, hat da natürlich etwas dagegen.

Wie die Lösung aussieht?

Vermutlich wird der Westen die ganze oder fast die ganze Ukraine bekommen und Russland besondere Rechte auf der Krim und besonderen Schutz der russischstämmigen Bevölkerung erhalten. Im Extremfall könnte Russland auch die Krim zugesprochen werden oder diese eine Art Ausnahmestatus erhalten. Mehr ist wohl ohne Krieg für beide nicht drin…

…aber auch das wäre dann die schon mal angesprochene win-win-win-win-Lösung, mit der wirklich alle leben könnten.

Risiko:

Historisch ist es immer gut gewesen, wenn zwischen zwei Mächten ein kleiner Puffer liegt. In diesem Fall Weißrussland und die Ukraine. Doch jetzt bohrt sich der Westen durch die Ukraine einen direkten Zugang zu Russland. Und das ist historisch nur selten ohne Reibereien ausgegangen…

Aber – so ist es eben. Wo gehobelt wird, fallen Späne…

Herbalife:

Hier stieg der Kurs gestern zunächst von 66 auf 69 $, um dann auf 54 $ abzustürzen. Zum Börsenschluß lag der Preis dann bei ca. 60.50 $.
Die …

Schön wär`s gewesen…

Schön wär`s gewesen…

Aktuell läuft der DAX auf meine Stop-Marken zu…die Aussicht auf „locker, lässig“ steigende Kurse scheint zunächst dahin…

Natürlich – was nicht IST kann immer noch WERDEN, aber aktuell ist der DAX erst mal angeschlagen…

Je länger sich die unklaren Situationen hinziehen, desto schwieriger wird es für die Börse…leider sind politische oder gar „militärische“ Börsen i. d. R. schwer einzuschätzen, da sich hier größere Lageänderungen über Nacht ergeben können…

Fazit:

Die politischen Entwicklungen waren in meiner Prognose natürlich nicht eingeplant und ich kann sie auch nicht ändern. Aber – es ist eben, wie es ist. Wann/ob der Markt den Dreh nach oben schafft, werden wir sehen. Kurzfristig sind die Chancen hier zunächst nur noch 50/50…schade – es wäre doch so schön gewesen.
Naja, irgendwann wird man sich schon einigen, wie und in welchem Umfang die Ukraine zwischen West und Ost aufgeteilt wird. Sollten bis dahin keine weiteren Störfaktoren hinzukommen, könnte der Markt seine Hausse fortsetzen.

Aber das bleibt abzuwarten…

Henry Littig
backstagenews.de…

Abwarten (4)

Abwarten (4)

Meine Entscheidung, die Positionen am Montag zu halten, war bislang richtig.

Bislang…

Insgesamt habe ich meine Longpositionen sogar leicht verstärkt.

Ukraine:

Dort läuft es auch in etwa so, wie erwartet…der Westen wird sich den einen Teil des Landes schnappen und sich dafür als Befreier feiern lassen, die Anderen – also die Bösen – nehmen sich den Rest. Ist doch OK – so sind die Rollen klar verteilt…

Wichtig:

Mann sollte sich drüber im Klaren sein, dass Russland in jedem Fall die Krim „erobern“ MUSS! Eine Ukraine unter westlicher Führung würde wohl über kurz oder lang das Ende des russischen Flottenstützpunktes dort bedeuten. D. h. hier kann Putin in keinem Fall nachgeben. Dies sollte der Westen bei seinen möglichen Sanktions-Aktionen unbedingt beachten…sonst könnte man hier leicht überreizen, mit äußerst unangenehmen Folgen…

Kleines Gegenbeispiel:

Würden z. B. die Einwohner Hawaiis aus welchem Grund auch immer den Anschluss an China und Russland fordern – so wären die USA vermutlich ebenso wenig erfreut, sich über kurz oder lang von Pearl Harbor zu verabschieden und würden dies unter allen Umständen verhindern.

Also:

Ich setze weiter darauf, dass letztlich alle zufrieden sein werden…jeder bekommt sein Stück vom Kuchen…

Eine Sanktionsspirale wäre daher im Augenblick das Schlechteste für die Börsen.

Leider gilt hier der Spruch:

„Viele Köche verderben den Brei!“…während Koch Wladimir sich durchaus mit der aktuell servierten Suppe zufrieden geben kann, steht auf der anderen Seite jedoch eine Unzahl weiterer Köche, die alle, wenn nicht Salz, dann doch zumindest jeder seinen Senf zur aktuellen Lage hinzugeben möchte. Und genau das ist das derzeitige Risiko für die Börsen.

Die Chance:

Da den USA die Angelegenheit letztlich egal ist und die EU aufgrund ihrer politischen Struktur eher nicht in der Lage ist, eine konsequente Linie durchzuziehen, besteht die Chance, dass letztlich doch alle die momentan gekochte Suppe auslöffeln werden – ohne weitere Verwürzung.

Und genau darauf setzte ich!

Fazit:

So eine Aufwärtsbewegung an den Märkten ist i. d. R. eine zerbrechliche Struktur, auf der gerade mächtig herumgetrampelt wird. Jedoch erwarte ich, dass das nachlässt und die Hausse weitergeht…

Die Zeit wird es zeigen…

Henry Littig
Backstagenews.de…

Ukraine

Ukraine

So wie es aussieht, könnten die Börsen am Montag wohl schwächer eröffnen. Wie viel schwächer, werden wir sehen. Und auch die nächsten Tage sind eher unklar.

Was bedeutet die „Krise“ in der Ukraine für die Märkte? Sollte man verkaufen?

Gute Frage – ich persönlich werde es wohl nicht…

Abgesehen von ein paar kurzfristigen Schwankungen sollte der Konflikt – sofern er nicht komplett eskaliert – insgesamt zu besseren Zeiten führen…und zwar für alle!

Was geschieht aktuell? Im Grunde gibt es nur Gewinner!

Die Russen können mal wieder das machen, was sie am liebsten tun: sich ungefragt ein Stückchen Land einverleiben und sich international als Bösewicht bezeichnen lassen. Sei es ihnen gegönnt! Wenn der überwiegend russische Ostteil der Ukraine in einer Volksabstimmung für den Beitritt zur russischen Föderation stimmen würde – ok, dann wäre es sogar in Ordnung. Und sogar demokratisch.

Russland gewinnt also zunächst.

Auch der Westen gewinnt. Er kann auch zunächst das tun, was er am liebsten macht: sich als höchste Instanz des Weltrechts zu präsentieren und sich nebenbei ebenfalls ein Stückchen Land – den Westteil der Ukraine – einverleiben. Sollte die prowestliche Bevölkerung im Westteil diesem Systemwechsel zustimmen – ok, dann wäre auch das in Ordnung. Und ebenfalls demokratisch.

Der Westen gewinnt also ebenso.

Fazit:

Wenn alles so läuft wie geplant, dann gewinnt der Ostteil der Ukraine genauso, wie der Westteil. Der Westen insgesamt gewinnt auch und Russland ebenso. Win-win-win-win!

Klingt für mich nicht so schlecht!

Also alles „in Butter“?

Nicht ganz, denn es gibt ein Problem! Und das ist und bleibt der Konflikt „Westen gegen Putin“!

Als „Realist“ bin und war ich immer der Meinung, dass nach dem Fall der Sowjetunion ein starkes – von mir aus, auch leicht radikales – Regime Russland in Richtung Demokratie lenken musste. Es musste quasi aus dem Stand eine neue politische, wirtschaftliche und vor allem monetäre Hierarchie geschaffen werden. Das es dabei zu „Ungerechtigkeiten“ kommen musste, lag auf der Hand, war aber vermutlich der Preis, den man zahlen musste.

Doch jetzt – nachdem der große Umbruch geschafft ist – muss auch in Russland der Feinschliff her. Und dafür gibt es genau zwei Möglichkeiten:

Entweder wird das Putin Regime selbst die Reißleine ziehen und „echte“ Reformen „zum Wohle des Volkes“ einleiten, oder…

…es wird innerhalb von ca. 5 Jahren einen gewaltsamen Umsturz in Russland geben.

Immer vorausgesetzt, das russische Volk wird diesen Kampf auch führen wollen! Denn ohne Kampf – wie z. …