Leerverkauf in Volkswagen-Aktien

Ich bin Ihnen noch ein paar ausführlichere Erläuterungen „schuldig“ – und zwar zum aktuellen Leerverkauf von VW-Aktien, zu Rocket Internet, zu den weiteren Aussichten bei Tesla im Zusammenhang mit den neuen Produkten sowie zu RWE (hier wurde auch das erweiterte Kursziel erreicht). Und, fast vergessen – meine Goldpreisprognose für die nächste Zeit.

Beginnen wir das „Abarbeiten“ mit dem Short in Volkswagen:

Wie Sie wissen, warne ich hier schon seit zig Jahren, dass es mit unseren Autobauern „zu Ende“ gehen könnte – wenn nichts unternommen wird – und schlug auch diverse Gegenmaßnahmen vor. Wie wir alle wissen, wurde in den letzten Jahren – aus meiner Sicht – nichts unternommen, um eine mögliche Krise der deutschen (bzw. der meisten weltweit!) Autobauer abzuwenden.

Am 27.03.2017 formulierte ich das Wort „Krise“ dann endgültig in „Pleite“ um. Sie können das hier gerne noch mal nachlesen: https://www.backstagenews.de/2017/03/28/tesla-top-deutsche-autobauer-flop-pleite/

Einen Monat später, am 27.04.2017 habe ich Ihnen 10 Risikopunkte der Autoindustrie relativ ausführlich beschrieben – auch das sollten Sie noch einmal nachlesen: https://www.backstagenews.de/2017/04/10-risikopunkte-fuer-eine-pleite-der-autokonzerne-in-5-10-jahren-am-beispiel-von-volkswagen/

In den ersten Mai-Wochen dann konnten sich Autoaktien im Fahrwasser des haussierenden Gesamtmarktes noch über Wasser halten. Beim ersten Versuch einer DAX-Korrektur gaben VW-Aktien dann aber auch schon ab und konnten mit dem Markt nicht mehr mithalten.

Und aktuell:

Seit Anfang dieser Woche bin ich jetzt short in Aktien von Volkswagen und habe mir ein paar Put-Produkte zugelegt. Der Gesamtmarkt könnte eine kleine Verschnaufpause einlegen und das war eine gute Gelegenheit in einen Leerverkauf bei Volkswagen „reinzukommen“…“reinzukommen“ weil: auch wenn VW wirklich Probleme bekommen sollte, so dauert dies vermutlich noch lange und ein ewig steigender Gesamtmarkt würde auch solche Papiere zunächst stützen.

Kursziele:

Ich beziehe mich immer auf die Stammaktien (geshortet mit Einhundertpaarundvierzig – gestriger Schlusskurs 137.85 Euro – d.h. wir sind hier aktuell ein paar % im Plus) …die VW-Vorzugsaktien (gestriger Schlusskurs zum Vergleich 132.60 Euro) werden zwar im DAX notiert, aber ich handle grundsätzlich keine Vorzugsaktien.
Ich erwarte, dass VW-Aktien in den nächsten Monaten nochmals 5-15% an Wert verlieren und bis Herbst 2018 bis zu 50% abgeben. Sofern VW-Aktien ihr Hoch aus diesem Mai überwinden können, werde ich vermutlich den Leerverkauf beenden und hoffen, dass ich mich mit meiner Prognose grundsätzlich irre.

Die 10 Risikopunkte:

Haben Sie den Artikel mit den 10 Risikopunkten (siehe oben) nochmal gelesen? Falls ja, dann werden Sie feststellen, dass die Punkte schon jetzt beginnen zu greifen. Zu fast JEDEM meiner Risikopunkte gab es zuletzt Meldungen, die belegen, dass diese Punkte SCHON JETZT beginnen!!

Der Markt wartet nicht! Warum auch?

VW-Aktien = günstigste Aktie im DAX?

Mit einem erwarteten KGV von unter 6! sind Papiere von Volkswagen aktuell extrem billig! Aber billig ist nicht immer günstig! Aus dem heutigen „BILLIG“ wird oft das „TEUER“ von morgen! Was nützt Ihnen ein niedriges KGV, wenn a) die Kurse dennoch weiter sinken und b) „plötzlich“ aus den erwarteten Gewinnen evtl. Verluste werden? Wenn, wie ich erwarte, schon in kurzer Zeit ein weltweiter Käuferstreik (siehe Risikopunkt 4) gegenüber Verbrennern eintritt – und damit meine ich zunächst einen Nachfragerückgang von 5-10% – dann könnte es bei VW zu horrenden Verlusten kommen…

Hoffnung gibt es immer:

Als Patriot habe ich grundsätzlich kein Interesse, dass sich meine Prognose erfüllt. Aber machmal kann man eben nur zusehen. Es fühlt sich für mich so an, als würde jemand versuchen, von der Brücke zu springen. Ich habe auch alles versucht – seit Jahren! Ich habe gebeten, vorgeschlagen, gebittelt und gebettelt – fast schon angeschrien habe ich die deutschen Autobauer!
Aber wenn sie dann trotzdem springen wollen – ja, dann springen sie eben…was soll man machen?

Ich habe die Hoffnung aufgegeben!

Vielleicht ist das Leerverkaufen der Aktien eine der letzten Chancen für die Unternehmen. Je mehr das machen bzw. sich von ihren Aktien trennen und umso tiefer die Kurse sinken – desto eher reagieren die „Macher“ dieser Firmen evtl…das ist dann so wie in der Fischerei! Da werden die Fangquoten auch erst gesenkt, wenn die Bestände zusammengebrochen sind…so ist der Mensch eben…

Frau Merkel ist die letzte Chance:

„Ausgerechnet“ Frau Merkel könnte die Autobauer noch retten…wenn sie 2 Tage nach der Bundestagswahl „beschließt“, dass ab 2022 KEINE Verbrenner mehr verkauft werden dürfen – DANN wäre das a) die Rettung und WIR würden b) WEITER das Nr. 1 Autoland sein…PERFEKT!…natürlich wäre das eine Rosskur – aber wenn man sofort reagiert incl. ein paar Staatshilfen – locker machbar.

Wie wahrscheinlich das ist, wo doch gerade die Kanzlerin in China die E-Auto-Offensive BLOCKIERT hat, sollte jeder selbst bewerten.

Fazit:

Aus heutiger Sicht sehe ich eine evtl. Pleite von VW ca. im Jahre 2025…wenn das stimmen sollte – was wir alle nicht hoffen – dann gibt es jedoch schon im Jahre 2017 keinen Grund, diese Aktien zu besitzen…und – in einem solchen Fall beginnt der Kursverfall i. d. R. auch eher als man denkt – also nicht erst im Jahre 2024…sondern schon jetzt! Im Prinzip „sinken“ die Autoaktien schon seit längerer Zeit, in dem sie dem Gesamtmarkt erheblich hinterher „hinken“…auch eine Art von Verlust – das sollte man gerade in Hausse-Zeiten beachten.

Henry Littig
backstagenews.de

Geschrieben von Henry Littig