TESLA „TOP!“ – Deutsche Autobauer „FLOP!“ ( = Pleite?)

Wie Sie vielleicht wissen, warne ich schon seit Jahren an dieser Stelle vor Autoaktien (außer Tesla) – vor allem vor deutschen Autoaktien.

Bisher war diese Warnung leider richtig – VW, BMW und Daimler sind seit Jahren Underperformer an den Börsen.

Leider richtig? Selbstverständlich LEIDER!

Wie Sie sich vorstellen können, ist dies keine Vorhersage, die Spaß macht.

Deutschland = Autoland = Pleiteland ist für mich ein Graus!

Das unerbittliche Schicksal nimmt jedoch selten Rücksicht auf meine Befindlichkeiten und schlägt erbarmungslos zu – „leider“ hin oder her!

Und so wie ich das aus heutiger Sicht sehe, sind von den deutschen Autobauern in ca. 10 Jahren die meisten nicht mehr da!

Bzw. – „DA“ sind sie evtl. schon – nur werden sie dann mit Staatshilfen und Notprogrammen am Leben gehalten – ähnlich wie früher die Kohle- und Stahlindustrie.

Und wieso werden die Autobauer vermutlich pleite gehen – oder zumindest in grobe Nähe davon geraten?

Ganz einfach:

Das Geschäft der deutschen Autobauer ist TOT! Bitte geben Sie mir nicht die Schuld daran! Es war bereits tot, als ich diese Zeilen geschrieben habe.

Das Geschäft dieser Firmen ist TOT! Diese Firmen sind nur noch nicht pleite! Ein kleiner, aber wichtiger Unterschied…

Kennen Sie den sichersten Weg, um pleite zu gehen? Sie setzen weiter auf ein boomendes Geschäft eines toten Marktes. Und genau das machen unsere Autobauer!

Und daran werden sie zu Grunde gehen – langsam aber sicher.

Aber – ist die Aussage „das Geschäft der Autobauer ist tot“ nicht ein wenig übertrieben? Vor allem in Zeiten von Rekordverkäufen?

Ich finde nicht, dass das übertrieben ist. Aus meiner Sicht ist es absolut zutreffend – es steht nur noch nicht in der Zeitung!

Denn – es gab sicher einst Rekordverkäufe von Dampflokomotiven! Oder Rekordverkäufe von Schallplattenspielern – und diese Liste können wir endlos fortsetzen. Und auch diese Geschäfte waren tot, noch bevor es jemand „offiziell“ bemerkte.

Und – übrigens: der erfreuliche Umstand, dass wir hier in Deutschland so viele Jahre so erfolgreich waren, wenn`s um das Thema Auto geht, ist kein Pluspunkt für uns. IM GEGENTEIL!!! Dieser Glanz des alten und noch aktuellen Erfolges blendet uns und lässt uns mit hoher Geschwindigkeit vor die Wand fahren. Und schnell fahren – das können wir Deutschen ja…

Gibt es einen Ausweg für die deutschen Autobauer?

Nein – ich befürchte, den gibt es in der Praxis nicht.

In der Theorie hingegen schon…

Wir haben bereits vor langer Zeit an dieser Stelle beschrieben, dass sich die Autobauer nur dann retten können, wenn sie UMGEHEND die Produktion von „Verbrennern“ weitestgehend einstellen, SÄMTLICHE zukünftige Altlasten (Motorenwerke, Service für Verbrenner etc.) stilllegen, auslagern bzw. abschreiben und ca. 50-70% der Belegschaft entlassen. Des Weiteren müssten hohe Kapitalerhöhungen an den Märkten durchgeführt werden, um diesen Umbau zu stemmen.

Oder anders: ein brachialer Umstieg auf das E-Auto!!! In diesem Fall könnten die Aktien mit einem Minus von vielleicht NUR 50% davon kommen, die Firmen und verbleibenden Arbeitsplätze gerettet werden und diese in Zukunft in den neuen Geschäftsfeldern wieder wachsen/anwachsen.

Das Problem ist nur:

Die oben aufgeführten Rettungsmaßnahmen sind – wie sagt man heute so schön – POLITISCH nicht durchsetzbar.

Nun denn – dann bleibt ja – als letzte verbleibende Möglichkeit – nur die Pleite übrig.

Wie Sie sehen: so einfach kann Akteinanalyse sein!

OK – vermutlich wird es nicht ganz die Pleite sein…denkbar ist auch eine Entwicklung wie bei E.ON/RWE in den letzten 10 Jahren…wenn die Kurse ca. 90% gesunken sind, „darf“ man die „Altlasten“ mit Hilfe des Staates auslagern und dann in der verbleibenden Elektrosparte weiterwursteln. Oder so ähnlich…

Fazit 1:

Für deutsche Autoaktien sehe ich heute genauso schwarz wie schon vor Jahren, als das Problem eigentlich schon klar war…und – ich hoffe weiterhin inständig, dass ich mich hier irre…dennoch sehe ich der Kursentwicklung weiterhin extrem skeptisch entgegen.
„Im Prinzip“ sinken die Kurse bereits…“nur“ durch die allgemein gute Börsenlage und den international gesehenen Verkaufs-Boom für Autos mit Verbrennungsmotor konnten sich die Kurse noch behaupten. Sollte der Börsenboom und/oder der Verkaufsboom noch ein paar Jahre anhalten, dann könnten sich evtl. auch die Kurse noch eine Weile halten – oder gar ein wenig anziehen.
Aber darauf würde ich nicht setzen. Der Abstieg hat schon längst begonnen und lässt sich vermutlich nicht aufhalten. Einzig die Zeitachse ist schwer vorherzusagen.

Fazit 2:

Dagegen läuft es geschäftlich und kursmäßig für Tesla weiter gut bis gigantisch. Die anstehenden Probleme für die Alt-Autobauer hat Tesla nicht – und wächst mit hohen Zuwachsraten.
Tesla ist und bleibt für mich die billigste Aktie im Nasdaq-100 und wird in Anlegerkreisen – meiner Meinung nach – komplett falsch eingeschätzt.
Das ist nicht verwunderlich – die halbe Welt hasst Tesla und macht bis heute Politik gegen dieses Unternehmen…aber das konnte den Wert der Aktie nur für 1-2 Jahre mit Hilfe unzähliger Negativmeldungen unter Druck setzen – aufhalten kann man Tesla nicht mehr…

Und ganz wichtig: Tesla ist kein Autobauer – Tesla bietet ein Gesamtkonzept, dass aus meiner Sicht ebenfalls kaum beachtet wird.

Wie auch immer – ist mir egal…

Ich bleibe optimistisch für Tesla – unsere Favoritenaktie 2017.

Aktuell um 270 $ – mein Kursziel liegt weiter bei 650 $ bis 2020 – eher früher…

Henry Littig
backstagenews.de

Geschrieben von Henry Littig