Von Dividenden, Dorschen und Handelsgesprächen…

 

Weiterhin allgemeines Warten auf die „Handelsgespräche“ zwischen den USA und China.

Persönlich bin ich eher unaufgeregt, denn:

Ich erwarte ein Anziehen der aktuell etwas lahmen Weltkonjunktur spätestens in ca. 6 Monaten…sollte man sich „irgendwie einigen“ auch früher – wenn die Gespräche dagegen kolossal scheitern, auch später oder gar nicht, sprich:

Unter dem Strich wird es gut ausgehen – die Risiken nehme ich in Kauf und bleibe long in meinen 3 Telekoms…

 

Von Dividenden und Dorschen:

Gestern zahlten zwei meiner aktuellen Favoriten – Verizon und AT&T – Dividenden…im Schnitt ca. 1,2%…und das pro Quartal! Macht knapp 5% im Jahr!

Nicht schlecht, werden viele sagen…

Aber einen gibt es ja immer, der meckert! Denn persönlich empfinde ich das Verlangen und Zahlen von Dividenden als ähnlich unintelligent wie das Überfischen der Dorsch-Bestände in der Ostsee…ist doch so, oder?

Denn:

Z. B.: der Dorsch-Bestand in der Ostsee beträgt ca. 10% des ursprünglichen Bestandes…trotzdem gib es jedes Jahr noch Fangquoten und die Bestände reduzieren sich weiter. Wäre der Mensch nicht so gierig und unintelligent, dann würde man den Dorschfang für ca. 5-10 Jahre komplett verbieten…so könnte der Bestand evtl. wieder auf sein ursprüngliches Niveau ansteigen – UND – man könnte jedes Jahr nachhaltig deutlich mehr Dorsche fangen, als heute!

Sprich: nach ein paar Jahren des Wartens lockt eine lohnende Rendite! Man muss dafür auch gar nichts machen – EINFACH NUR WARTEN!

Dennoch ist der Mensch offenbar nicht in der Lage, ein so einfaches und lohnendes Geschäft abzuschließen…

Bei Dividenden ist es ÄHNLICH:

Durch Dividenden wird permanenter Raubbau an den Unternehmen betrieben! Nehmen wir zum Beispiel unsere Autokonzerne – VW, Daimler und BMW! All diese Unternehmen haben zwar Schulden bis zur Halskrause (darüber wird nur leider genauso wenig geredet wie über die Dorsch-Bestände), aber: sie zahlen gleichzeitig seit Generationen Dividenden! Wie kann das sein? Wie kann man Dividenden zahlen – während man gleichzeitig hohe Schulden hat und die Kreditzinsen bedienen muss?

Das ist das Gleiche wie mit den Dorschen! Hätten z. B. die Autobauer seit dem Jahr 2000 keine Dividenden mehr gezahlt – wären sie vermutlich jetzt schuldenfrei…sie könnten Investieren und den Umbau der Konzerne hin zur neuen Mobilität „mit Links“ stemmen…vermutlich hätten sie schon längst in neue Bereich investiert und wären zu weltweiten Megakonzernen geworden.

Zum Wohle vieler – ähnlich wie Google, Apple und Microsoft – die haben zu Beginn auch NIE Dividenden gezahlt…erst jetzt zahlen sie, da ihnen das Geld zu den Ohren raus kommt und sie nicht mehr wissen, was sie damit machen sollen…das ist ja dann auch OK…

Fazit:

Hohe Dividenden sind keine Grund zur Freude – solange das Unternehmen Schulden hat und eine Konkurrenz, die das Geld in Wachstum und Innovationen investiert! So geht man in die Pleite – langsam aber sicher…

Und – wie bei den Dorschen: es könnte alles so schön sein – ist es aber nicht! Es wäre auch extrem einfach, das Ruder rumzureissen – es macht aber keiner…

Ja – na dann…Petri Heil!

Henry Littig

backstagenews.de

Geschrieben von Henry Littig