Amazon Schnellanalyse – die Post und das Fluchtgeld…

Wie Sie wissen, habe ich vor über einer Woche damit begonnen, Amazon zu shorten.

Warum?

Es gibt hier 2 „Hauptgründe“ für mich.

„Grund“ 1:

In der Februar-Korrektur hatte sich Amazon extrem gut gehalten – und konnte danach schnell auf ein neues Hoch zulegen. Ein solches Verhalten einer so bekannten Aktie zieht meiner Meinung dann sehr viel „Korrektur-Fluchtgeld“ an…viele Anleger haben den Wert demnach einfach nur deshalb gekauft, weil er eben NICHT gesunken ist.
Aus meiner Sicht ist dies jedoch keine echte Basis für einen Aktienkauf. Und – in der Regel sind das keine langfristigen Investoren…
Als ich diese Bewegung IN diese Aktie bemerkt habe, habe ich mich zum Leerverkauf entschlossen…denn im Gegensatz zu den vielen langfristigen Investoren, sitzen die neuen Amazon Aktionäre nicht auf riesigen Gewinnen – sondern schon jetzt auf VERLUSTEN. Und ich denke, die neuen Amazon Aktionäre werden diese nicht lange mitmachen und verkaufen…

„Grund“ 2:

Die Poststory! Die Poststory kam ja tatsächlich erst in den Markt, als ich schon short war…die Poststory ist jedoch nicht unbrisant. Denn – schon vor einem Jahr berechnete ein findiger Analyst, dass es Amazon ca. 2,6 Mrd. $ kosten würde, wenn – ja wenn die US-Post die Preise ein wenig anheben würde. UND – danach würde wohl auch UPS seine Preise erhöhen.
Da Amazon jetzt in 2018 deutlich mehr Umsatz macht, reden wir hier über insgesamt ca. 3-4 Mrd. $! Und das sind bis zu 8$ pro Aktie!
Aber – sind wir Amazon gegenüber großzügig – und sprechen wir „nur“ über 4$ pro Aktie! Dann entspricht das in etwa dem Gewinn pro Aktie aus 2017 – oder würde den erwarteten Gewinn in 2018 auf das Niveau von 2017 zurückfallen lassen.

Daraus ergibt sich:

Amazon würde ca. 1 Jahr Entwicklungszeit verlieren. Schauen wir kurz nach – wo lag der Kurs vor einem Jahr?

Ungefähr bei 900 $!

Dann: die Poststory ist nur evtl. nur der Anfang!

Dazu kommt möglicherweise demnächst die Steuerstory (Amazon und Ko. verstecken ihre Gelder gerne in Irland etc..) UND die Monopol-Story…und noch einige mehr…

Dazu dürfte bekannt sein, dass dem Amazon-Boss das „Satiremagazin“ Washington Post gehört – deren einziger Zweck in den letzten 18 Monaten darin bestand, Stimmung gegen Donald Trump zu machen. Es dürfte klar sein, dass Amazon kein Interesse an einem Präsidenten Trump hatte und hat! Das ist legitim! Es dürfte aber auch klar sein, dass Trump kein Interesse daran hat, diverse Praktiken von Amazon länger zu dulden…auch das ist legitim!

Fazit:

Ob und wann die Versandkosten für Amazon steigen und ob und wann es weitere Problem für den Konzern gibt, ist unklar. Es ist aber wahrscheinlich, dass es nicht bei ein paar Tweets von Trump bleibt. Und dann kann man sich – siehe oben – sehr leicht Kurse von 1000 $ oder darunter vorstellen. Ob die Aktie wirklich so weit fällt, kann ich nicht sagen…und ob ich dann immer noch short sein werden, auch nicht…denn Sie wissen ja – sollte der Markt deutlich nach oben drehen, könnte auch Amazon wieder zulegen…

Aber aktuell bin ich short und sehe weiteres Abwärtspotential…schaun wir mal….

Henry Littig
backstagenews.de

Geschrieben von Henry Littig