DAX/Paris

Nachdem der erste Schock verdaut ist, stellt sich die Frage:

Was nun? Was geschieht jetzt? Gibt es neben den ersten Opfern noch weitere negative Folgen?

Und wer „profitiert“ von solchen Geschehnissen? Diese Frage hört sich zunächst befremdlich an, jedoch gibt es deutlich mehr „Profiteure“ als „Betroffene“! Und diese „Profiteure“ sind i. d. R. andere, als man zunächst vermuten würde.

Beginnen wir ganz oben in der Nahrungskette:

Die USA profitieren leicht von den Anschlägen. Sie kommen dem erhofften internationalen Ruf nach einem „echten Eingreifen“ der Supermacht ein Stück näher. Der vermutlich in der nächsten Amtszeit eines US-Präsidenten geplante und längst überfällige große Militäreinsatz ist damit ein Stück wahrscheinlicher geworden. Und die USA haben daran ein verständliches Interesse.

Russland profitiert aktuell am stärksten. Schon seit ihrem Eingreifen in Syrien hat Russland die USA als „Friedenspolizei“ in der öffentlichen Wahrnehmung wenn nicht über- dann doch zumindest eingeholt. Der derzeitige militärische Schulterschluss zu Frankreich ist durch „Paris“ ermöglicht worden und dürfte Russland lange verschlossene Türen wieder öffnen. Soeben hat Russland eine IS-Resolution in den Sicherheitsrat eingebracht und druckt damit die abwartende Obama-Regierung vollends an die Wand.

Der bislang eher farblose Hollande profitiert vom Leid der eigenen Bürger ebenso. So ein Ereignis bring stets Vorteile für den betroffenen Präsidenten.

Europa profitiert ebenso durch den sich jetzt anbahnenden möglichen Schulterschluss von Europa, Russland und evtl. den USA. Sowohl wirtschaftlich (evtl. der Beginn der Lockerung der Russland-Sanktionen) als auch im Punkt Sicherheit.
Vielleicht wird mein Traum (können Sie noch mal in diesem Artikel ganz unten nachlesen https://www.backstagenews.de/2015/10/die-loesung-im-syrien-konflikt-und-der-traum-von-donald/ ) jetzt doch Realität. Mein Traum = dass die USA und Russland ihre künstlich aufgeblasenen Abneigungen beilegen und sich den echten Bedrohungen ihrer und unser Existenz stellen!

Auch die Geheimdienste – und gerade die NSA – profitieren. Ich habe mich zu dem angeblichen „NSA-Abhörskandal“ nie ablehnend geäußert. Und gerade jetzt sollte doch jedem klar sein, dass es ein Segen ist, wenn diese Organisationen alle Möglichkeiten haben und auch nutzen. Sie können nicht alles verhindern, aber wenn es nach unseren „Datenschützern“ geht, dann wäre die Anschlagszahl vermutlich ca. 10 Mal so groß.

Polizei und Militär.
Seit sehr langer Zeit fordere ich gebetsmühlenartig einen verstärkten Ausbau des Polizei- und Sicherheitsapparats. Bisher vergebens. Ich hoffe, dass ändert sich jetzt ENDLICH und vor allem die Polizei wird verstärkt und auch im Punkt Gehalt deutlich attraktiver. Denn ohne ausgebaute innere Sicherheit geht bald gar nichts mehr…

Die Wirtschaft profitiert ebenso. Durch ein Zusammenrücken der Beteiligten öffnen sich völlig neue Wege und Möglichkeiten.

Diese Liste lässt sich vermutlich noch fortsetzen…

Wer ist Betroffen?

Zunächst alle Opfer und Angehörigen, denen unser höchstes Mitgefühl gelten muss.

Dann alle friedliebenden Bürger, die jetzt für eine Weile verunsichert sind. Aber dem muss man aktiv entgegentreten. Am Wochenende ist das Spiel Köln gegen Mainz. Und das werde ich mir ansehen – und zwar IM STADION.

Ebenso betroffene ist der „IS“ selbst!
Solche Aktionen – auch und gerade wenn sich so etwas demnächst wiederholen sollte – stärken nur oben erwähnten „Profiteure“ und schwächen somit den Verursacher selbst! Daher ist jeder weitere Anschlag dieser Art exponenziell kontraproduktiv für solche Organisationen.

Betroffen ist auch unsere Kanzlerin. Natürlich versucht jetzt jeder den Vergleich zwischen Terror und dem Flüchtlingsstrom zu verhindern. Und dieser Vergleich ist in der Tat übertrieben. Aber selbst, wenn man es untertreibt, dann gibt es eine einfache Rechnung:
Unsere Kanzlerin hat bis jetzt eine Million Menschen (und weiterer Millionen werden kommen) unkontrolliert ins Land geschleust. Wenn man gutgläubig und bekennender Willkommenskulturist ist und wohlwollend annimmt, dass 99,99 % dieser Menschen friedliebend sind (und eine höhere Zahl kann man beim besten Willen nicht annehmen), dann zeigt mein Rechenschieber, dass unsere Kanzlerin bisher exakt 100 Personen ins Land geschleust hat, die nach dem Pariser Vorbild handeln wollen und werden. Und das macht ein zehnfaches Pariser Anschlagspotential!
Hoffentlich werden unsere Geheimdienst jetzt so gestärkt, dass dies verhindert werden kann.

Dax:

Da die „Vorteile“ von solch dramatischen Ereignissen – das muss man leider sagen – am langen Ende überwiegen, ist auch der DAX wieder auf der Überholspur. Ich habe Ihnen Montag gesagt, dass ich diese „Möglichkeit“ nicht aktiv nutzen werde – habe ich auch nicht. Ich konnte meinen Leerverkauf eindecken – aber einen Longtrade habe ich NICHT getätigt. Ich bin jedoch „gedanklich“ long seit Montag früh – und halte „gedanklich“ weiter. Dies soll Ihnen nur als Leitfaden dienen.

Meine Lufthansa ist bei solchen Ereignissen logischerweise nicht erste Wahl an den Märkten, aber ich halte daran fest.

Gut bis sehr gute Aussichten sehe ich weiterhin in Aeroflot und Sberbank. Beide Aktien konnten in den letzten Wochen erheblich zulegen und ich erwarte Kurssteigerungen von min. weiteren 50% bis Ende 2016.
In Rubel! Was das dann in Euro ausmacht, wird man sehen.

In jedem Fall ist der russische Markt für mich noch immer DER Markt, in dem man sein muss…ab Mitte 2016 erwarte ich einen sehr großen Aufschwung der russischen Wirtschaft…was genau mit dem Rubel geschieht, kann ich leider nicht vorhersagen.

Henry Littig
backstagenews.de

Geschrieben von Henry Littig