Dax = Halten/Russland = klarer Kauf!

Der DAX entwickelt sich weiterhin wie erwartet. Aktuell sehe ich eine Korrektur, die sich möglicherweise über ein paar Wochen hinzieht und sich überwiegend als seitwärts orientierte Topkorrektur erweisen könnte.

Fazit:

Kurzfristig sollte man im DAX nicht viel machen – langfristige Positionen können gehalten werden. Das Ziel 12000 Punkte bis Mitte des Jahres bleibt intakt.

Russland

Einen so klaren Kaufkandidaten habe ich in den letzten 10-20 Jahren nicht mehr gesehen!

Aus meiner Sicht könnten sich Aktienanlagen in Russland innerhalb von 1 -3 Jahren locker verdreifachen! Auch Anleihen wirken extrem attraktiv! Wo gibt es sonst noch solche Möglichkeiten?

Aktuell gibt es fast ausschließlich Kaufsignale aus Russland, als da wären:

Das Land wird fast von der ganzen westlichen Welt gehasst und ihre Politik verachtet!

Die Wirtschaftsleistung fällt in diesem Jahr um potenziell 5%!

Die Währung ist weich wie Butter!

Die Wirtschaft hängt am sinkenden Ölpreis! Binnenwirtschaftlich läuft kaum etwas!

Russische Anleihen wurden zuletzt auf Ramschniveau herabgestuft!

Und – ach ja – fast vergessen: Krieg führt Russland auch noch!

Summa summarum: da kommt schon einiges Zusammen. Aber das sind alles gute Kaufargumente, denn das schöne ist: diese haben dazu geführt, dass russische Assets und der Rubel aktuell zu Ramschpreisen erhältlich sind!

Doch warum sollte sich das ändern?

Ich erwarte ab der zweiten Hälfte 2016 den Beginn eines sehr starken und nachhaltigen Wirtschaftsaufschwungs in Russland. Ich habe ja immer auf eine wirtschaftliche Kooperation zwischen Russland und Europa gehofft, von der vor allem Deutschland profitiert hätte. Aber leider haben sich die USA durchgesetzt, die dies – verständlicherweise – unter allen Umständen verhindern mussten…ein Schulterschluss zwischen der EU und Russland hätte das aktuelle Machtgefüge erheblich beeinträchtigt.

Wie gesagt, die USA haben alles richtig gemacht, aber uns Europäern ist dadurch eine Riesenchance durch die Lappen gegangen.
Somit haben sich meine Befürchtungen leider bewahrheitet: Russland wurde erfolgreich in Richtung China abgedrängt und kommt m. M. n. auch so schnell nicht wieder.

Auch nicht, wenn wir das wollten! Die Sanktionen sind Russland schon lange egal – und auch über neue Sanktionen würde Russland nur noch müde lächeln. Ebnen doch genau diese Sanktionen Russland den Weg in die Unabhängigkeit.

Und diese Unabhängigkeit, zu der WIR Russland durch unsere Sanktionspolitik gezwungen haben, ist der Startschuss für einen extremen wirtschaftlichen Aufschwung.
Bereits jetzt herrscht in der Region Wladiwostok – dem asiatischen Einfallstor zum russischen Markt – eine Art Goldgräberstimmung.

Für China ist das wie ein Sechser im Lotto. Sie erhalten den russischen Markt quasi von uns geschenkt. Und das wird China nutzen! Schon jetzt laufen die Investitionen auf Hochtouren. Natürlich geht das nicht über Nacht. Aber wir wissen, wie schnell die Chinesen sind und es ist absehbar, dass Russland seine bisher auf Öl basierende Wirtschaft mit Hilfe Chinas innerhalb sehr kurzer Zeit umstrukturiert.

Und das bedeutet einen Boom der russischen Binnenwirtschaft – früher oder später.

Sobald dieser Prozess beginnt, sollte auch der Rubel wieder deutlich an Wert gewinnen. Hier sehe ich ein Aufwertungspotenzial von min. 50%. Der Aktienmarkt hat ein Potential von min. 100%! Vermutlich ist das konservativ geschätzt, da dies schon bei einer relativen Beruhigung der Lage zu erwarten wäre. Der kommenden Wirtschaftsboom ist da noch nicht mit eingerechnet.

Ukraine:

Der Konflikt in der Ukraine spielt Putin mittlerweile komplett in die Karten. Durch den medialen Fokus auf dieses Thema kann er sein Volk noch eine Weile von den schlechten wirtschaftlichen Verhältnissen ablenken und sich somit Zeit erkaufen, sein Land zu reformieren.
Bisher habe ich Russland, was die Schuldfrage in der Ukraine angeht, oft verteidigt. Die aktuelle Offensive geht jedoch meiner Meinung nach voll und ganz auf das Konto Russlands. Und zwar aus den eben genannten Gründen. Putin kann sich im Moment keinen Frieden leisten! Daher sollten wir uns darauf einstellen, dass Russland auf jeden Fall die Landbrücke zur Krim erobert. Evtl. anschließend sogar die gesamte Ukraine. Was sollte sie jetzt auch davon abhalten? Neue Sanktionen? Das ist lächerlich. Schon die alten Sanktionen sind am leidensfähigen russischen Volk abgeprallt und haben eher den Zorn auf den Westen erhöht. Neue Sanktionen bzw. die Verlängerung der bestehenden, würde der Kreml daher sogar begrüßen. Sie werden die dortige Regierung noch weiter stärken und Russland hätte noch mal mehr Zeit für Reformen! Da kann ich es mir nicht vorstellen, dass Putin jetzt halt macht, wenn er doch nur gewinnen kann!

Fazit Ukraine:

Wenn Putin jetzt in der Ukraine weitermacht, so gewinnt er für Russland Land hinzu UND festigt durch neue „Sanktionen“ seine Macht UND gewinnt Zeit für Reformen. Da wäre er wohl schlecht beraten, jetzt Frieden zu schliessen. Die aktuelle EU-Politik verlangt also quasi nach einer weiteren Eskalation. Also braucht sich auch keiner zu wundern, wie das dort weitergehen könnte. Da kann man nur sehen, wie „klug“ unsere EU-Politik ist. So langsam dämmert diese Logik auch den Damen und Herren in Berlin und Brüssel und erste Stimmen zum Gegenrudern werden laut. Aber das ist leider zu spät. Erst kürzlich versuchte Frau Merkel für Europa zu retten, was noch geht: „Oh – Ähh – wie bieten großzügig eine Kooperation mit der Eurasischen Union an, wenn ihr dies und das tut“…wie Sie wissen, hat Russland darauf noch nicht mal reagiert.
Mit anderen Worten:
Russland als Wirtschaftspartner können wir uns wohl abschminken…schade eigentlich…

Danke Brüssel, gute Leistung!

Die EU ist der Verlierer

In der aktuellen Entwicklung ist China der erste Gewinner – die kommen aus dem Lachen kaum noch raus.
Dann kommen die USA – die haben unsere kurzsichtigen EU-Politiker dazu benutzt Russland abzudrängen und so ihre Macht in Europa gefestigt.
Dann kommt Russland, das sich jetzt wieder auf eigene Füße stellen kann und wird.

Und wer muss die Zeche zahlen? Richtig – WIR in Europa…Europa wird am langen Ende selbst isoliert dastehen und dann um eine Kooperation mit der Eurasischen Union betteln müssen.

Noch ein Wort zum S&P-Downrating Russlands:

Das war neben den lustigen Forderungen aus Griechenland doch der eigentliche Witz der Woche, oder? Bei diesem Rating wurden vor allem „politische Gründe“ angegeben – auch ein Novum in dieser Form. Denn rein wirtschaftlich ist die Verschuldungsrate Russlands mit ca. 20% derart niedrig, dass hier im Grunde von einer sehr hohen Bonität gesprochen werden müsste. Witzigerweise ratet daher die chinesische Ratingagentur Russland sogar höher als die USA! OK – vermutlich auch nicht ganz unpolitisch, aber hier sieht man deutlich, dass die Propaganda auch die weltweiten Ratingagenturen unterwandert hat.

Daher – hilft nur ein realer Blick!

Und der sagt mir, dass russische Aktien und evtl. auch Anleihen, wenn man sie nach dem Kostolany-Prinzip für 2 Jahre wegpacken würde, sich in diesem Zeitraum vermutlich extrem positiv entwickeln werden.

Leider ist dies ein sehr langer Zeitraum. Und in der Zwischenzeit kann und wird viel geschehen. Aber die Entwicklung Russlands erscheint mir logisch und ist kaum aufzuhalten. Natürlich gibt es die üblichen Risiken. Nichts ist sicher. Aber bei diesen langfristig guten Voraussetzungen MUSS ich dort dabei sein – die Aussicht auf Erfolg ist einfach zu verlockend.

Timing:

Ob man schon heute kaufen muss, ist schwer zu sagen. Bei einer solch langen Prognosefrist könnten die Kurse incl. Rubel auch noch absacken. Ich stehe zwar zu meiner Vision eines wirtschaftlichen Aufschwungs in Russland spätestens 2017, aber sollte ich aktuell der Einzige sein, der so denkt, dann könnte es durchaus noch etwas dauern, bis dies an den Börsen zu sehen ist. Jedoch – mehr als Kaufen und Abwarten kann man hier ohnehin nicht – daher habe mich bereits im russischen Markt positioniert.

Henry Littig
Backstagenews.de

Geschrieben von Henry Littig