Meine persönliche Sommerpause habe ich vor ein paar Tagen beendet.
Aber vielleicht sollte ich sie noch etwas verlängern, denn so wie es aussieht, kam die Börse ganz gut ohne meine Anwesenheit aus…

Zum Markt:

Nach dem Urteil des BV lief der DAX zunächst auf über 7400 Punkte und guckte sich somit schon mal den Zielbereich meines nächsten Kursziels (7600 – 7800 bis zum 20.10.2012, siehe Artikel vom 20.08.2012) an…
Das Urteil des BV empfinde ich persönlich als recht ausgeglichen und somit „allgemein gut verträglich“, aber das nur am Rande…
Wichtig ist: Das Urteil spielte und spielt in meinen Überlegungen zum Markt, wie Sie wissen, keine Rolle.
Denn: Wir befinden uns in einer ausgeprägten Aufwärtsbewegung, deren Ende ich aktuell weiterhin nicht erkennen kann. BV hin oder her…
Daher bleibe ich auch heute meiner Meinung zu den Börsen treu, die da lautet: Hier muss man long sein und bleiben – voraussichtlich noch bis zum Jahresende.
Diese mitunter „sture Taktik“ hat uns im DAX seit Juni schon ein Plus von jenseits der 20% beschert.
Allerdings: Möglicherweise wird das verdienen jetzt etwas schwerer. Denn das „einfache Geld“ wurde bereits verdient. Das „einfache Geld“ verdient man immer nur dann, wenn man guten Mutes den Tatsachen einen Schritt voraus ist.
Sie wissen ja, bis dato hat man der Allgemeinheit immer ein paar gute Gründe genannt, warum der Einstieg in den Markt noch zu riskant sei. Aber dies könnte sich jetzt ändern. Für mich sind das allerdings keine guten Nachrichten, denn ich fühle mich immer in den Trends am wohlsten, die wieder der allgemeinen Vernunft laufen. Ab jetzt, wenn möglicherweise auch die Banken ihren Kunden verstärkt einen Einstieg in den Markt empfehlen, werde ich dann zugleich skeptischer.
Aber: Dennoch denke ich, dass der Markt mittelfristig noch zulegen kann.

Daher das Fazit:

Bleiben Sie weiter long, halten Sie Ihre Positionen und warten Sie weiter ab. Jedoch – jetzt, wo die allgemeine Situation angeblich „sicherer“ geworden ist, steigt m. M. n. das Korrekturrisiko eher etwas an – möglicherweise jedoch erst ab einem höheren Niveau. Aber, wie schon gesagt, das braucht uns im Grunde noch nicht wirklich zu interessieren, da der Markt Ende des Jahres m. M. n. höher stehen wird als jetzt.

Zur Sommerpause:

In meiner persönlichen Sommerpause stand diesmal mein erster Besuch in Russland auf dem Programm. Neben ein paar Tagen in Moskau hatte ich die Gelegenheit, im URAL eine Art „Atomwaffensperrgebiet“ zu besuchen. In genau dieser Gegend gab es vor 55 Jahren einen Tschernobyl-ähnlichen Atomunfall, der jedoch bis Ende der 80er Jahre vertuscht werden konnte.
Laut Wikpedia liegt auch genau dort der aktuell meist verschmutzte Ort der Welt! Der Karatschai-See! Mit einer angeblich sehr hohen Reststrahlung…
Na, wie dem auch sei – einen Besuch einer solchen Gegend konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen!

Selbstverständlich war ich mit einem mitgebrachten Geigerzähler ausgestattet, mit dem ich u.a. beim privaten Pilzesuchen auftrumpfen wollte. Sie wissen schon – wenn das Gerät knackt, ist der nächste Pilz nicht weit.
Leider, und zu meiner persönlichen Enttäuschung, schlug das Ding (es war sogar nachweislich voll funktionsfähig) jedoch zu keinem Zeitpunkt an…von einer Reststrahlung in der Gegend also keine Spur…
Leider (oder Gott sein Dank?) kam ich aber auch nur bis auf wenige KM an den Karatschai-See heran…

Von den üblichen Klischees, die man sich über Russland sonst erzählt, sind einige wahr, andere nicht…
So gibt es z. B. in Moskau nicht mehr schöne Frauen als in anderen Großstädten auch – m. M. n. sogar eher weniger. Und von übermäßig vielen „dicken Autos“, die dort rumfahren sollen, war auch nichts zu sehen…
Daher meine Empfehlung: Bringen Sie sich Ihre schöne Frau selber mit und fahren Sie Metro – habe ich auch so gemacht.

Sonst sind die Menschen im privaten Umfeld genau wie „klischeehaft“ beschrieben sehr nett und vor allem sehr gastfreundlich. Sie müssen in jedem Fall einen vorgedehnten Magen mitbringen, um Ihrer Rolle als Gast vollauf gerecht zu werden…
Meine Empfehlung: Bringen Sie reichlich Hunger mit und machen Sie für nachher einen Termin zum Fettabsaugen.

Fazit: Da will ich noch mal hin – für uns verweichlichte Westeuropäer ist es auf jeden Fall eine Art Abenteuer…

Insgesamt bin ich auch nach meinem ersten Russlandbesuch noch immer der Meinung, dass sich Europa und Russland wirtschaftlich und politisch enger verbinden sollten. Dies sollte für beide Seiten erhebliche Vorteile bringen.
Wenn sich der Westen dagegen auch in Zukunft weiterhin gegen Russland wendet bzw. Russland bei wichtigen Fragen übergeht, so wird dies nur dazu führen, dass die Verbindung Russland-China aus dieser Not heraus weiter wächst. Und das wiederum sollte gerade für uns wirtschaftliche, millitärische und politische Nachteile bringen.

Bis dahin,

Henry Littig
Backstagenews.de

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