Also, so habe ich mir das am Montag nicht vorgestellt. Ich erhebe natürlich keinen Anspruch darauf, jede Bewegung des Marktes exakt vorhersagen zu können, aber dass der DAX nochmal um weitere ca. 200 Punkte absackt, hatte ich so nicht auf der Rechnung.
Auch nicht auf der Rechnung hatte ich das drohende Downgrading Deutschlands, des Euro-Rettungsschirms und selbst diverser Bundesländer durch Moodys, welches erst ab Montagabend publik wurde. Apple Zahlen und IFO-Index etc. obendrein…

Immerhin: Wie schon am Montag resümiert, war der “Grund” der Abwärtsbewegung daher wohl wirklich nicht die erneute Griechenland/Spaniendiskussion – denn diese sollte doch nun wirklich keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervorlocken. Oder, wie es politisch korrekt und durch unseren Wirtschaftsminister bestätigt, heißt:

“Ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone hat seinen Schrecken verloren!”

Der Witz der Woche ist für mich im Übrigen die Kritik an seinen Äußerungen seitens diverser Politiker. Jetzt wirft man dem armen Mann doch tatsächlich öffentlich vor, die Wahrheit zu sagen. Ist das nicht urkomisch?

Na, wie dem auch sei bzw. warum auch immer die Kurse weiter gesunken sind. In jedem Fall sind sie ca. 100 Punkte weiter abgesackt, als ich das “eingeplant” hatte…

Und jetzt?
Jetzt hat sich meine Marktmeinung im Grunde nicht verändert, da aus meiner Sicht keine wirklich neuen Nachrichten aufgetaucht sind.
Der DAX bleibt für mich auf diesem Niveau ein Kauf!

Die Herabsetzung der Kreditwürdigkeit war ohnehin schon längst überfällig. Ein Land wie die Bundesrepublik, das sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit verpflichtet, die Schulden anderer Länder zu übernehmen, um sich im Gegenzug dann von diesen verspotten zu lassen, hat wohl auch kein AAA-Rating verdient. Das ist logisch und nicht zu beanstanden.

Fazit:

Meine Grundüberzeugung, dass der DAX kurz- und mittelfristig Potential nach oben hat, hat sich nicht geändert. Optimistisch stimmt mich vor allem, dass selbst bei Nachrichten wie zuletzt, die Kurse nicht wirklich dramatisch zurückgegangen sind. Das “riecht” ein bisschen nach Bodenbildung mit deutlichem Aufwärtspotential..

Metro/Linkedin:

Meine letzte Warnung vor Metro von 05.07.2012 war bis jetzt korrekt. Der Preis ist nochmal von knapp 23 Euro auf jetzt unter 20 Euro gesunken.
Mein Kursziel bleibt zunächst bei 10 – 15 Euro. Die nächsten Q-Zahlen werden hier m. A. n. sehr entscheidend sein. Gelingt die Wende nicht – so steht Metro wahrscheinlich vor einer größeren Krise. Und wenn ein solcher Konzern in eine Krise gerät, dann wird es möglicherweise nicht bei den schon jetzt zu befürchteten kleineren Gewinnrückgängen bleiben. Dann – geht es ums Ganze! Denn die Konkurrenz schläft nicht und wer sich in diesen Zeiten eine Schieflage leistet, der hat nur sehr geringe Chancen, hier unbeschadet herauszukommen.
Bedenklich ist auch, dass diejenigen der Analysten, die die Aktie schlecht beurteilen, als Mindestkursziel!!! noch immer 21!!! Euro pro Aktie angeben – also noch immer höher als das aktuelle Niveau.
Dagegen wirken meine 10 – 15 Euro natürlich schon fast ketzerisch. Man kann daher nur hoffen, dass ich mich irre!

Die einzige Aktie, die ich seit sehr langer Zeit zum Kauf empfohlen habe – Linkedin – notiert noch immer ein paar % im Plus. Auch hier bleibe ich dabei! Heute nach Börsenschluss kommen die Facebookzahlen. Die Erwartungen sind entsprechend niedrig, zumal der Kurs schon gestern nachbörslich mächtig unter Druck geriet, nachdem ein FB-Spiele-”Zulieferer” enttäuschende Q-Zahlen ablieferte. Ob sich der social media Konzern tatsächlich die Blöse gibt, bei seinen ersten Zahlen direkt mächtig zu patzen, wird sich zeigen. In jedem Fall werden die FB-Ergebnisse auch den Linkedin-Kurs beeinflussen.
Die LNKD-Zahlen selbst kommen am 02.08.2012

DAX long, Linkedin long und Metro short – mehr habe ich aktuell nicht zu bieten. Und das liegt nicht daran, dass ich nicht weiter nach guten Chancen suche. Es gibt eben manchmal Phasen, da geben die Märkte kaum echte Chancen her. Aber das wird sich auch wieder ändern…und wenn nicht: Bisher laufen DAX, Linkedin und Metro in die gewünschte Richtung. Dann wäre weniger eben mehr…

Bis dahin

Henry Littig

Geschrieben von admin