An den Weltbörsen hat sich auch in der vergangenen Woche nicht viel geändert. Damit bleibe ich meiner Marktsicht der letzten Wochen treu.

D. h.:

Anleger sollten den Märkten weiterhin fern bleiben. Diese Strategie ist zum einen nervenschonend und hat sich zudem in den letzten Monaten auch als richtig erwiesen.

Allerdings:

Mein Bauchgefühlt sagt mir, dass die laufende Korrektur unter dem Strich etwas weniger stark ausfallen könnte, als theoretisch möglich. Aber zu einem Einstieg in diesen Markt sehe ich aufgrund dieses leichten Magenzwickens noch keine Veranlassung.

Zumal meine Bedenken gegenüber den Börsen in Fernost (vor allem Japan und China) und auch gegenüber den zuletzt genannten Einzelwerten noch immer sehr groß sind.

Politik…

…oder: Warum man die Piraten durchaus wählen kann, obwohl man nichts über sie weiß!

Sie sind DIE Partei der Stunde und gewinnen in Umfragen zuletzt ständig hinzu.
Man kann sicher Stunden über den Sinn und Zweck dieser Partei und die Gründe ihres aktuellen Erfolges diskutieren. Aber man kann es sich auch einfach machen und sich die Erfolgsformel dieser Partei ganz einfach ausrechnen.

Fakt ist:

Außer ein paar Insidern und grundsätzlich Politikinteressierten weiß doch im Grunde niemand so recht, was die Piraten wirklich wollen oder vorhaben.
Und – die Piraten selbst wissen es vermutlich selber nicht!
Dagegen hat der Bürger bei den etablierten Parteien unseres Neo-Weimarer-Systems (denn auch ohne die Piraten verliert der Politiklaie doch so langsam die Übersicht in der Parteienlandschaft) zumindest eine vage Vorstellung, was die einzelnen Parteien wollen, bzw. vorgeben zu wollen.

Und der Bürger weiß auch:

Bei den etablierten Parteien bekommt er am Ende keinesfalls das, was man ihm versprochen hat!
Was nicht grundsätzlich Schuld der versprechenden Parteien ist, doch aufgrund unserer aktuellen Neo-Weimarer-Viel-Parteien-Republik und den damit notwendigen Zwangskoalitionen und Taktierereien weichen die Parteiprogramme letztlich ohnehin immer weiter auf.

Fazit:

Der Bürger kennt die Programme der Parteien und weiß definitiv , dass er nach der Wahl unzufrieden sein wird!

Der aktuelle Erfolg der Piraten ist daher ganz einfach mathematisch erklärbar.
Denn die Piraten haben noch kein starres Programm – möglicherweise haben sie sogar gar keins.
Und wenn eine Partei kein Programm hat, dann kann der Wähler auch unmöglich davon ausgehen, nach der Wahl enttäuscht zu sein.
Logisch – da es ja überhaupt kein „richtiges“ Programm der Piraten gibt, von dessen wahrscheinlicher Nichtumsetzung man dann enttäuscht sein könnte.

D. h.:

Wenn der Wähler die etablierten Parteiprogramme wählt, dann weiß er schon heute, dass er letztlich enttäuscht sein wird.

Wählt der Wähler dagegen die Piraten, dann weiß er dies nicht!

Natürlich könnte er zugegebenermaßen nach der Wahl der Piraten noch enttäuschter sein, als von den Etablierten.
Aber er könnte auch genauso enttäuscht sein, neutral, positiv überrascht oder sogar sehr positiv überrascht sein.

Das heißt, wer die Piraten wählt ohne zu Wissen, was die eigentlich vorhaben, hat einen klaren mathematischen und logischen Vorteil bei seiner Wahlentscheidung!
Und dieser Vorteil lässt sich in einer durchschnittlich verbesserten Zufriedenheitschance nach der Wahl schon heute klar mathematisch belegen.

Und das dürfte den Piraten reichen!

Kein Programm ist in diesem Fall DAS Erfolgsprogramm.

Und die Nichtwähler der letzten Jahre, die möglicherweise nur aus Spaß ihr Kreuz bei den Piraten machen, sollte man auch nicht unterschätzen.
Immerhin hätten damals laut Umfrage auch 15 -20 % Hape Kerkeling alias Horst Schlemmer gewählt – auch nur aus Spaß.

Was mit dieser Partei langfristig geschieht, ist noch nicht ganz klar. Aber ich denke, bei den nächsten Wahlen werden sie, was die %te angeht, eher nach oben überraschen, als nach unten.

Aber ich denke, da sind wir alle gespannt…

Bis dahin

Henry Littig
Backstagenews.de

Geschrieben von admin