Die Märkte schauen in diesen Tagen nach Saudi Arabien – dort haben bekanntlich diverse Organisationen u. a. am 11.03. zum „Tag des Zorns“ aufgerufen.

Was dort im Land genau geschieht, ist von hier aus betrachtet sicherlich nur schwer zu beurteilen, jedoch halte ich in diesem Zusammenhang die Meinung von Peter Scholl-Latour am vernünftigsten:

Das Königreich Saudi Arabien ist fest in sunnitischer Hand – und so wird es wohl auch bleiben!

D. h. ein Sturz des saudischen Regimes ist sehr unwahrscheinlich. Zu kleineren Protesten wird es mit Sicherheit kommen und jede Menschenansammlung größer 10 wird ab dem 11.03. in der Medienlandschaft als Vorbote des nahenden Weltuntergangs verkauft. Jedoch sollten die Dinge letztlich im Rahmen bleiben.

Anders könnte es derweil in Bahrain aussehen – hier ist zwar das Königshaus ebenso sunnitisch, die Bevölkerungsmehrheit allerdings schiitisch. Sollte es hier zu einem potentiellen Umsturz kommen, so ist davon auszugehen, dass Saudi Arabien dem Königshaus Bahrain zur Seite stehen wird – notfalls auch mit militärischen Optionen. Denn einen wachsenden iranischen Einfluss (der Iran ist ebenfalls schiitisch dominiert) direkt vor der Haustüre wird man in Riyadh m. M. n. unter keinen Umständen dulden.

Fazit:

Während die Ereignisse in Libyen letztlich keine große Rolle spielen, sollte sich der Showdown eher in Bahrain/Saudi-Arabien abspielen – von ein paar möglichen Scharmützeln abgesehen, müsste die Lage jedoch letztlich unter Kontrolle bleiben.
Dass der Ölpreis in diesen Tagen immer weiter steigt, ist m. M. n. die Folge von Fondsspekulationen, die ihre Netto-Long-Positionen in den vergangenen Tagen/Wochen – auch im Hinblick auf die saudischen „Tage des Zorns“ – drastisch ausgebaut haben. Die Ölproduzenten halten derweil mit steigenden Netto-Shortpositionen dagegen und freuen sich über die aktuellen hohen Preise. Wann/ob der Preis wieder sinkt, hängt von vielen Faktoren ab – jedoch sehe ich auch die aktuelle Diskussion bzgl. der Folgen für die Weltwirtschaft als übertrieben an. Der derzeitige Preis um ca. 106 $ ist wahrscheinlich überhaupt kein Problem.
In jedem Fall werden die Spannungen noch eine Weile andauern – in dieser Phase könnten auch die Börsenkurse eine kleine Pause einlegen – wenn überhaupt.

Also – bzgl. der Ölpreisentwicklung sehe ich noch keinen Grund zur Besorgnis! Daher – auch an den Börsen sollte es zumindest mittelfristig nach oben gehen.

Bis dahin

Henry Littig
Backstagenews.de

Geschrieben von admin