Heute haben die Börsen in den USA geschlossen – da macht es durchaus Sinn, sich über das genaue Potential der US-Börse in 2011 Gedanken zu machen.

Mein absoluter weltweiter Favoritenaktienindex in 2011 ist und bleibt der Nasdaq-100 aus den USA. Dieser Index sollte in diesem Jahr in der Lage sein, überdurchschnittlich zuzulegen.

Schon in meinem Jahresausblick (siehe Artikel vom 04.11.2010) habe ich dem Index (damals um 2158 Punkte) ein Potential bis 2800 – 3300 Punkten zugebilligt. Dies entsprach einer Indexsteigerung von 30 – 50 %.
Aus heutiger Sicht würde ich eher noch etwas optimistischer Urteilen und eine Range von plus 30 – plus 80% annehmen.
Auf den ersten Blick klingen diese Zahlen natürlich etwas überzogen – aber für mich erscheinen sie durch aus erreichbar.

Die fundamentalen, technischen bzw. markpsychologischen Gründe, die zu solch einem Anstieg führen könnten, haben wir ja schon öfters beschrieben.

Natürlich stehen solche Prognosen oft im krassen Gegensatz zu den z. B. immer wesentlich zurückhaltenderen Bankenprognosen – aber das ist ja kein Argument dagegen – eher dafür!
Denn historisch gesehen prophezeien die Banken ihren Kunden meist immer nur Indexanstiege von bis 5% wenn sie ein schlechtes Jahr erwarten, und von durchschnittlich 5 – 10%, wenn sie ein gutes Aktienjahr erwarten.
In der Realität gehen die Märkte jedoch des öfteren auch mal 50% in die Knie bzw. verdoppeln sich indexmäßig annähernd. D. h. in der Praxis liegen die Banken mit ihren Prognosen fast immer daneben.
Dies soll aber keine Kritik an den Banken sein, da diese im Grunde keine anderen Voraussagungen treffen „dürfen“.
Denn Sie können sich sicherlich vorstellen, was an den Märkten los wäre, wenn Joseph Ackermann einen Indexverlust von 50% vorhersagen würde – das löst eine Weltwirtschaftskrise aus! Von der politischen Kritik „wie kann man nur so etwas sagen“ ganz zu schweigen.
Und einen Indexanstieg von 50% kann/darf Herr Ackermann ebenso wenig in Aussicht stellen. Dies hätte andere Verwerfungen zur Folge, die man in den Banken nicht haben möchte.
Wie aktuell z. B.: Nach diversen Umfragen zu urteilen prognostizieren die Banken einen DAX Stand Ende 2011, der aus meiner Sicht nur unwesentlich über der aktuellen Notierung liegt – für mich also quasi ein Verkaufssignal, was die Banken da an ihre Kunden schicken – denn wer soll denn ernsthaft ein Interesse daran haben, für ein paar %-chen Plus ein ganzes Jahr die nervliche Tortur an den Börsen auszuhalten?
Das Gute daran: Eine derart zurückhaltende „offizielle“ Haltung der Banken, bestärkt mich weiterhin in dem Glauben, dass wir die Höchststände bei den Indizes noch sehr lange nicht gesehen haben!

Also:

Meine erwarteten 30 – 80% Kursplus im Nsadaq-100 – das ist auf jeden Fall mal ein Wort! Vor allem eins, bei dem auch Apple ein „Wörtchen“ mitreden sollte.
Immerhin saldiert sich die Index-Gewichtung von Apple im Nasdaq-100 mittlerweile auf über 20%.
Na, ein Glück, dass ich auch für Apple in diesem Jahr ebenfalls höhere Kurse erwarte! Morgen kommen die Apple-Zahlen – na, mal sehen…

(Leider erreicht uns gerade die Nachricht, dass sich Apple-Chef Steve Jobs krankheitsbedingt von seinen Pflichten hat entbinden lassen. Der Apple-Kurs notiert derzeit in Deutschland um ca. 7% tiefer. Aus Respekt und auch aus Überzeugung halte ich trotz dieses herben Rückschlags meine Prognosen bzgl. Apple aufrecht – zumal die näheren Hintergründe bislang noch unklar sind. Vor allem aber wünsche ich „Steve“ alles Gute und eine rasche Genesung!)

Rein statistisch sollte man zu meiner Nasdaq-Prognose noch folgendes wissen:

Der Nasdaq-100 Index enthält die 100 größten US-Technologieunternehmen und es gibt ihn seit 1985.

In den vergangenen 26 Jahren gab es zwar nur 5 Verlustjahre (also knapp 20% aller Jahre), aber diese jeweils mit einem durchschnittlichen Verlust i. H. v. über 30% Minus!
D. h. wenn`s hier rappelt – dann rappelt`s richtig!

Dann gibt es die Jahre mit der schwarzen Null, also mit einstelligen %-ualen Zuwächsen.
In insgesamt 8 Jahren (also ca. gut 30% aller Jahre) konnte der Index dann im Schnitt um jeweils magere ca. 6% zulegen.

Dann gibt es die guten Jahre. In 6 Jahren (also in gut 20% aller Jahre) stieg der Index dann schon um gemittelte ca. 16% pro Jahr.

Und dann?

Dann gibt es noch die „richtig“ guten Jahre. In insgesamt 8 Jahren (also in gut 30% aller Jahre) stieg der Index dann im Schnitt um sage und schreibe 53% pro Jahr! Dabei legte der Markt im schlechtesten Jahr um 28% und in seinem besten um 100% zu!

Wie sie sehen, sind – rein statistisch – solche guten Börsenjahre eher die Regel, statt die Ausnahme.
Und in diesem Jahr erwarte ich nichts anderes als ein „richtig“ gutes Börsenjahr – nicht mehr und nicht weniger.

Und daher habe ich neben den vielen fundamentalen, technischen und marktpsychologischen Gründen auch rein logisch/statistisch keine andere Wahl, als einen so hohen Kursanstieg zu prognostizieren.

Die Logik ist hier eindeutig:

Wenn ich für den Nasdaq-100 ein Verlustjahr bzw. ein „mageres“ Jahre erwarten würde, dann würde ich in 2011 keine Aktien favorisieren. Wenn ich aber in 2011 Aktien favorisiere, dann muss ich zwingend vorab von einem guten bzw. sehr guten Börsenjahr ausgehen. Und wenn dem dann so ist, dann hat das „Superjahr“ (28 – 100% Plus) statistisch gesehen mit 60/40 die Nase vorne!
Und mit meiner Prognose von dann „nur“ 30 – 80% Kursplus bin ich dem „nur“ guten Jahr sogar noch ein Stück „entgegengekommen“.

Sie sehen, unter allen sich mir bietenden Gesichtspunkten komme ich nicht umhin, ein extrem starkes Aktienjahr 2011 vorherzusagen. Natürlich lässt die Prognose auch beträchtlichen Raum für Enttäuschungen, aber das ist kein Grund, von meiner Meinung abzuweichen.

Na dann schaun` wir mal – in dieser Woche kommen noch sehr viele Unternehmensdaten, die weiteren Aufschluss über die Verfassung der Märkte geben können.

(Mit derzeit über 7% Minus bei Apple-Aktien im deutschen Handel und deutlich negativen US-Futures erwartet uns morgen evtl. eine schwache US-Börse. Ein „normaler“ Börsennewsletter würde daher eine derart optimistische Marktprognose wohl heute nicht `rausschicken und erst mal abwarten. Jedoch möchte ich mich in meiner Marktmeinung nicht von Tagesschwankungen beeinflussen lassen und stehe zu meiner Prognose)

Bis dahin

Henry Littig
Backstagenews.de

Geschrieben von admin