Wie angekündigt erhalten Sie heute unsere neue DAX-Prognose – ich habe damit gewartet, da ich die Entwicklung der jüngsten kleinen Top-Korrektur abwarten wollte.

DAX 8000 – das ist doch ein Wort, oder? Quasi XXL…

In nackten Zahlen:

Ich erwarte in etwa 2 Szenarien – eine davon ist sehr optimistisch, die andere extrem optimistisch!
In der „schwächeren“ Version erwarte ich zunächst Werte von 6500 Punkten zwischen Neujahr und April 2010 – anschließend einen Anstieg auf ca. 7500 Punkte bis zum 4. Quartal 2010. Die 8000 Punkte könnten dann gegen Ende 2010 machbar sein.

In der aggressiveren Version läuft der Markt weiter wie bisher und testet schon im ersten Quartal 2010 sein altes Zwischenhoch vom 19.05.2008 (7231 Punkte)…wenn der Test gelingt, wovon wir jetzt einmal großzügig ausgehen, kann der DAX schon gegen Sommer/Herbst 2010 an die 8000er Marke anklopfen.

8000 Punkte im DAX – das sind ca. 40% vom aktuellen Niveau aus gesehen. Das klingt wie üblich sehr viel – ist aber in ca. einem Jahr durchaus machbar. Zur Erinnerung – die letzten 60% machte der DAX in nur 6 Monaten! Einen Großteil davon haben wir mit unserer Kaufempfehlung von Ende März mitnehmen können – auch damals klangen ca. 6000 Punkte zunächst viel – heute nicht mehr!

Die Prognose in anderen Worten:

Ich sehe in der Finanzkrise nichts anderes als eine unliebsame – oder liebsame? – Unterbrechung des seit 2003 bestehenden Aufwärtstrends. D.h. nach der Krise wird – wie bisher in allen Krisen – alles so sein wie vorher – nur besser!

Kurzfristig:

Kurzfristig bzw. auch auf Sicht von bis zu 4 Wochen, ist für mich am Markt fast alles möglich – im schlechtesten Fall sehe ich eine Fortsetzung der aktuellen Top-Korrektur bis Anfang November…wie gesagt – im schlechtesten Fall. Dann könnte der Markt durchaus nochmals Werte von evtl. 5200 sehen. Spätestens ab Ende Oktober bzw. Anfang November sollte es dann aber wieder nach oben gehen…
Im durchschnittlich anzunehmenden Fall, wird der DAX aber in seinem aktuellen Chart-Muster „Höhere Hochs – höhere Tiefs“ bleiben und seine Aufwärtsbewegung fortsetzen. Im optimalen Fall „droht“ dem Markt jedoch kurzfristig eine beschleunigte Aufwärtsbewegung – vor allem, da das so gut wie keiner auf der Rechnung hat.

Mittel- und langfristig…

…sehen wir dagegen zu steigenden Kursen nach wie vor keine Alternative!

Warum:

Zum einen ist der Markt nach wie vor sehr billig – vor allem, wenn das aktuelle Zinsniveau berücksichtigt wird.

Die Weltwirtschaft wird sich weiter erholen – das sollten Sie einfach als sicher annehmen. Sollte dies nicht der Fall sein, droht dem weltweiten Gesellschaftsgefüge schlimmeres als ein paar sinkende Aktienindizes – d.h. Sie können mit dieser Annahme im Grund nicht verlieren. Wir hatten Sie schon früh darauf hingewiesen, dass die Wachstumsprognosen offiziell jetzt langsam aber sicher nach oben revidiert werden – genau das geschieht jetzt seit einigen Wochen – still und heimlich, versteht sich.

Es lagern riesige Mengen an Cashkapital im Festgeldbereich – deren Besitzer werden langsam aber sicher unruhig – die Börsen laufen „wie Schmitt`s Katze“ und die Banken geben nach wie vor kein grünes Börsenlicht. Eine Traumkonstellation für zukünftig steigend Notierungen.

Dann: Es gibt aktuell kaum Marktprognosen, die die Latte wesentlich höher als auf das aktuelle Niveau legen – d.h. da ist auch von dieser Seite her noch viel gute Stimmung zu erwarten.

Dann: Das unaufhörliche „Aber jetzt muss doch endlich eine deutliche Korrektur kommen“-Gerede…so wie ich das sehe, kommen diese Stimmen entweder aus dem Lager der Crashtheoretiker bzw. aus dem Lager derjenigen, die sich in der Tiefe ihres Herzens eine Korrektur herbeiwünschen, um dann selber einsteigen zu können. Fakt ist aber: Wenn wir tatsächlich in einem neuen Bullenmarkt sind, und nicht in der Bearmarketrallye – dann wird diese deutliche Korrektur einfach nicht kommen! Ich hab schon Märkte über Jahre ohne die ständig „geforderte“ Korrektur nach oben laufen sehen – und so wie die aktuelle Konstellation ist, wird man wohl auch diesmal mit hoher Wahrscheinlichkeit vergeblich darauf warten.

Dann: Eine allzu starke Regulierung der Finanzsystems wird es nicht geben – dies wäre auch nicht förderlich. Das „Spiel“ der Märkte mit all ihren Exzessen und Ausuferungen muss und wird weitergehen, da die Gier eine der Hauptantriebsfedern der Menschheit ist…natürlich gibt es Ungerechtigkeiten und Rückschläge in einem solchen System – aber netto verbleibt doch immer ein Plus an neuer Technik und Wohlstand für die Menschheit…wer die Sonne genießen will, der muss auch akzeptieren, dass sie abends untergeht. Doch wer würde schon auf die Idee kommen, die Sonne morgens auszuschalten, nur damit sie abends nicht untergeht!? Genauso verhält es sich mit dem Wirtschafts- und Finanzsystem!

Dann: Die Globalisierung ist erst in einer frühen, im schlechtesten Fall in einer mittleren Phase…China, Asien, Indien, Afrika, Lateinamerika, der mittlere und nahe Osten – all diese Regionen werden in den nächsten 10 – 25 Jahren den Anschluss an den Wohlstand des Westens schaffen bzw. schaffen wollen. Bei diesen Aussichten ist es schwer, gegen einen langfristig steigenden Markt zu setzen.

Und viele, viele andere Gründe – aber damit möchte ich Sie nicht weiter langweilen, denn letztlich kommt es nur auf die Kurse an, und nicht auf angeblichen Gründe, warum etwas so oder so gelaufen ist.

Prognosen…

…können auch falsch sein. Vor allem deutliche Prognosen wie diese. Aber ich habe bisher mit deutlichen Prognosen stets gute Erfahrungen gemacht. Denn hierzu muss man eine Meinung haben! Wenn man sich die aktuellen Prognosen ansieht, die in diversen Fernsehsendern etc. diskutiert werden, dann hat man dort keine Meinung. Auch bei vielen Banken kann man das beobachten – mit konkreten Aussagen hält man sich meist zurück. D.h. man spricht hier schon von 200 Pünktchen mehr oder weniger und von diversen charttechnischen Unterstützungen und Wiederständen die 80 – 120 Punkte vom Tageskurs entfernt sind – aber wer kann damit schon etwas anfangen?
Natürlich entgeht man so dem Eingeständnis einer möglichen größeren Schieflage, aber gewinnen kann man so an der Börse nichts! Das Risiko einer Schieflage ist die Grundlage eines Börsengewinns – die zwanghafte Vermeidung einer Schieflage bringt dagegen nur Nachteile.

Will sagen – no risk – no fun – no profit!

Bis dahin

Henry Littig
Backstagenews.de

Geschrieben von admin