Graue Haare

Mein Einstieg am Dienstag in den Rubel und in den russischen Aktienmarkt hat sich ausgezahlt – zumindest finanziell!

Physisch gesehen, bin ich mir da nicht so sicher – für jedes % Rendite kann ich ein weiteres graues Haar entdecken.

Was auch verständlich ist, wenn man sich den Kursverlauf am Dienstag ansieht. Vor allem gegen Mittag, als richtig Panik aufkam, konnte man noch mal deutlich günstiger zuschlagen…hauptsächlich hatte ich Sberbank gekauft.

Gestern Nachmittag habe ich mich dann wieder von den Positionen getrennt – mit immerhin ca. 30% Plus!

Heute Morgen notieren Sberbank und Co. zwar noch mal ca. 10% höher, aber mit 30% an einem Tag muss ich zufrieden sein…und wer weiß, was die nächsten Tage so bringen.

Ich halte noch ein paar Call Optionen auf das Russland ETF „RSX“ – die laufen bis Mitte Januar und grundsätzlich kann ich mir schon höher Kurse bis dahin vorstellen, denn mittelfristig dürfte der russische Markt/Rubel sein Tief gesehen haben…schaun wir mal.

Heute stellt sich mein Freund Vladimir P. der Weltpresse – ganze 4 Stunden lang. Was ist davon zu erwarten? Vermutlich nicht viel – er wird zu 100% an seinem Kurs festhalten und sich mangels westlicher Partner weiter an China und Indien annähern – leider. Richtung Westen wird er nur betonen, dass er nicht die Absicht hat, den Ostteil der Ukraine offiziell zu annektieren, sondern autonome Regionen anstrebt – was vermutlich auch den Interessen der dortigen Bevölkerung gerecht wird. Dies könnte der Westen als Signal der Entspannung aufnehmen, wenn er will.
Und persönlich hoffe ich, daß der Westen will. Denn aktuell gibt es nur Verlierer! Einzig die Chinesen und Inder lachen sich ins Fäustchen. Denn der Russe kann sich nun leider keinen BMW mehr leisten und fährt demnächst Tata-Motors.
Und – eins ist klar: den Russen macht das nichts aus…die sind so etwas aus Sowjetzeiten gewohnt.
Aber MIR macht das was aus – weil ich einfach nicht einsehen kann, warum wir unserer eigenen Industrie derart den Ast absägen…

Natürlich muss auch ich zugeben, dass Vladimir P. mit seiner etwas härteren Musik im internationalen Konzert der Weichpolitiker derzeit eher für die schrägeren Töne sorgt, aber – et ist wie et is…ich hoffe weiterhin auf eine Einigung, von der alle profitieren.

Tagesgeschäft:

Im DAX bin ich weiter long – meine Kursziele bleiben vorerst erhalten.
Zusätzlich habe in den letzten Tagen eine vormals kleinere Infineon Position etwas stärker ausgebaut.

Zinswende:

Die angebliche Angst vor der US-Zinswende – ist doch absoluter Quatsch und dient nur dazu, Anleger vom Markt so lange wie möglich fernzuhalten, oder?
Die Wende zu höheren Zinsen ist grundsätzlich immer eine gute Sache – zeigt sie doch, daß die Dinge in der Wirtschaft und im Finanzsystem wieder rundlaufen. So ist historisch gesehen eine Zinswende i. d. R. Auftakt einer neuen Haussephase an den Märkten – und die erwarte ich auch…einen echten Grund für die Angst der Anleger kann ich jedenfalls nicht erkennen.

Fazit:

Es bleibt spannend…

Henry Littig
Backstagenews.de

Geschrieben von Henry Littig