Kurzer Rückblick:

Das (fast) abgelaufene 1. Quartal 2004 verlief bisher in relativ neutralen Bahnen – zuletzt mit negativerem Grundton. Zum Jahresbeginn verzeichneten die Kurse vieler Börsen leichte Aufschläge bei extrem zuversichtlicher Stimmung: Die gesamte Medienlandschaft verkündete einhellig die Anzeichen des nahenden Aufschwungs. Anfang März hingegen begannen die Kurse jedoch, leider zur Monatsmitte durch terroristische Ereignisse noch verstärkt, abzubröckeln. Parallel dazu gab es erste kritische Presseberichte.

Ausblick 2. Quartal 2004 – Konsolidierung oder Trendwende oder Minicrash?

Vorweg: Generelle Überlegung zu Konsolidierungsphasen

Es ist rein statistisch und auch emotional gesehen ein weitverbreiteter Fehler, in Zeiten einer Korrektur von einer möglichen Trendwende, oder gar Schlimmerem zu sprechen: Logisch – zum einen ist die mathematische Wahrscheinlichkeit einer generellen Trendwende zwingend kleiner als die einer reinen Konsolidierung, zum anderen stehen die “Baisse-Prognostiker“ emotional unter größerem prozyklischen negativen Nachrichtendruck. Somit dürfte auch die aktuelle Marktschwäche zu über 50 % nur vorübergehender Natur sein und Aktien sollten gehalten bzw. zugekauft werden. Aber: Letztlich ist es genau das vermeintlich richtige Handeln gemäß dieser gewonnenen Erkenntnis, das größere Börsenverlust erst möglich macht. Denn: Es ist ebenso physikalisch erwiesen, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt auch die harmloseste Korrektur zu einer echten Trendwende mutiert, und die Kurse in die vermeintlich falsche Richtung verschiebt. Weiterhin gilt es als erwiesen, dass die Anlegermehrheit auch nach dem sichtbaren Erkennen der Trendwende an ihren Papieren festhält und diese in letzter Stufe erst dann verkauft, wenn die Kurse eingebrochen und die uns umgebenden Nachrichten extrem ernüchternd geworden sind. Fazit: Wer immer „richtigerweise“ „nur“ auf eine Konsolidierung setzt, hat im Grunde keine Chance und verspielt zuletzt mehr als er durch ein „fehlerhaftes“ Aussteigen evtl. nicht hinzugewonnen hätte. Wer an den Börsen langfristig etwas verdienen möchte, darf somit paradoxerweise nicht „alles richtig“ machen. Eine gut gewählte „falsche“ Entscheidung kann hingegen Gewinne sichern und Verluste vermeiden. Im großen Spiel der emotionalisierten Physik – kurz Börse genannt – sollte der aktive Spieler seine eigenen „richtigen“ Regeln befolgen…aber auch diese können „falsch“ sein… Also: Wie in jeder Korrektur muss hinterfragt werden: Kommt noch was, oder war`s das gewesen? Vorausetzung für neue Höchstkurse in absehbarer Zeit wäre die sich allgemein durchsetzende Erkenntnis, dass die „blühenden Landschaften“ in USA/Euroland keine Fata Morgana sind, die, im wahrsten Sinne des Wortes, durch „heiße Luft“ erzeugt wurden. Voraussetzung für wesentlich tiefere Kurse wäre ein plötzlich auftretendes negatives Nachrichtengap zwischen den hochgesteckten Erwartungen und der Realität.

Welche Bereiche sind zu beachten?

Die Konjunktur in den USA:

Die Konjunkturlokomotive USA läuft weiterhin auf vollen Touren – zwar weigern sich die Unternehmen beharrlich und seit langem entgegen aller Prognosen neues Personal einzustellen, aber, was nicht ist, könnte sicherlich noch kommen. Dennoch: Wie wir schon seit langem feststellen, sind die US-Unternehmen nicht von der Nachhaltigkeit des Aufschwungs überzeugt – beruht er doch im Wesentlichen auf Steuer- und Zinsgeschenken. Ein leichtes Jobwachstum in naher Zukunft würde ich nicht ausschließen, denn: Genau wie ich selbst, haben auch die US-Unternehmen die Kraft der Konjunkturerholung unterschätzt und müssen jetzt mit diversen Engpässen umgehen. Aber: Wer nicht eingestellt hat, da er ein Wachstum von vielleicht 2-3 Quartalen erwartete, stellt auch dann nicht massiv und dauerhaft ein, wenn es noch 1-2 Q`s mehr werden. In jedem Fall dürfte sich die generelle Fehlpositionierung der US-Unternehmen als weitere Wachstumsbremse darstellen.

Die US-Zinsen:

Immer wichtiger werden hingegen die US-Zinsen: Seit langem wurde/wird am Markt über das Datum der „sicheren“ Zinserhöhung spekuliert – zuletzt wurde der „offizielle“ Termin aufgrund magerer Daten des Öfteren nach hinten verschoben. An meiner schon im Herbst 2003 geäußerten Meinung bzgl. der US-Zinsen halte ich in diesem Zusammenhang noch immer fest: Von einem wie auch immer begründeten psychologischen kleinen Zinsschritt abgesehen, denke ich weiterhin, dass es in absehbarer Zeit keinerlei Zinserhöhungen gibt bzw. geben kann. Im Gegenteil: Die Zinsen dürften noch weiter nachgeben – bis auf fast Null. In diesem Zusammenhang sollte einmal erwähnt werden, dass Null keine natürliche Grenze für Zinsen darstellt – zum Entschulden zumindest theoretisch denkbar. Wann kommt die Inflation? – oder sind wir schon in der Deflation? Als Auslöser steigender Zinsen wird immer wieder potentiell aufkeimende Inflation angeführt. Außer auf dem Rohstoffsektor (hier kann es in jedem Fall importierte Inflation geben) ist Inflation jedoch nicht zu erkennen. Doch woran liegt das? Das Lehrbuch sagt: Mehr Geld im Umlauf bei gleichbleibender Warenmenge = Inflation. Dies ist unbestritten und unveränderlich. Eine Antwort, warum die Inflation bisher nicht aufkeimte, sind uns die Lehrbuchtheoretiker bislang schuldig. Meine eigene Überlegung ist: Das Lehrbuch hat zwar Recht, aber die Voraussetzung stimmt nicht! Ich denke, das viele neue Geld steht dem Inflationskreislauf, von der Erstinvestition abgesehen, gar nicht zur Verfügung, sondern wird im Rotationsprinzip in schneller Folge von immer größeren Marktteilnehmern, wie z.B. erfolgreichen Großunternehmen etc., absorbiert. Unternehmen wie z.B. Cisco, Micosoft etc. horten gigantische Geldvermögen in Cash. Dort, also bei einigen Wenigen, angekommen, steht das Geld logischerweise nicht mehr für den Kauf von Fernsehern, Toastern oder Fahrrädern zur Verfügung. Mit anderen Worten: Kaum Inflationsdruck bzgl. der allgemeinen Warengruppen. Aber: Evtl. eine Fortdauer der Immobilienblase im First-Class-Sektor, streng nach dem Motto: Auch die großen Hände wollen ausgeben. Der angesprochene Investitionsdruck der Erstinvestition, also wenn die neuen Mittel erstmals von den Konsumenten in Richtung Wal-Mart etc. getragen werden, ist durch Effekte wie Produktivitätssteigerungen bzw. auch durch importierte Deflation durch Importprodukte aus Billiglohnländern ebenfalls z.Zt. kein Thema. Also: Keine Inflation trotz gestiegener Geldmenge bei gleichem Warenangebot. Dauerhaft tiefe bzw. evtl. sogar nochmals sinkende Zinsen sind normalerweise eine Stütze für Börse und Wirtschaft – so auch diesmal. Die Frage ist, ob der Effekt schon ausgereizt ist, oder noch Möglichkeiten beinhaltet. Von niedrigen Zinsen profitiert in direkter Weise z.B. die Housingindustrie. Im Housingbereich musste vor Kurzem, wenn auch auf sehr hohem Niveau, eine gewisse Konsolidierung festgestellt werden. Daher die konkrete Frage: Werden die Zahlen im Neubaubereich weiter zulegen können, wenn die Zinsen moderat bleiben? Oder ist hier durch die extrem tiefen Zinsen gepaart mit der allgemeinen Erwartung, dass diese alsbald steigen „müssen“ schon ein potentieller Mehrjahresbedarf aktiviert worden? Die Logik sagt: Wer heute kauft weil`s morgen teurer werden soll, kann morgen nicht mehr kaufen auch wenn`s noch billiger geworden ist. Also: Der große Kaufansturm sollte auch hier vorbei sein. Generell ist zu vermuten, dass ein kräftiges Anziehen der US-Zinsen, aus welchem Grund auch immer, katastrophale Auswirkungen auf das überschuldete US-Wirtschaftssystem hätte. Dauerhaft niedrige Zinsen haben hingegen nur eine begrenzte Wirkung. Dennoch ist davon auszugehen, dass die USA versuchen durch moderate Fiskalpolitik und das Ausnutzen von Gewohnheits- und Verwässerungseffekten ihre Probleme zu „strecken“ bzw. „weg-zu-egalisieren“. Fazit USA: Die US-Wirtschaft ist vergleichbar mit einem optisch noch gut erhaltenen, aber älteren einwandigen Öltanker, der, ohne nennenswerte Generalüberholungen, immer wieder auf stürmische See hinausgeschickt wird. Er kann jederzeit auseinanderbrechen – aber auch noch sehr lange fahren. So richtig wohl ist jedoch keinem – dem Kapitän nicht, den Reedern nicht, und auch nicht den Anwohnern der Küsten, an denen er entlangschippert.

Die asiatische Wirtschaft/China:

China ist noch immer die große Hoffung der Europäer – neben Indien und Restasien. Ob es sich hierbei um eine begründete Hoffung bzw. um den größten Bumerang der Wirtschaftsgeschichte handelt, werden wir in den nächsten Jahren herausfinden. Dass die asiatische Wirtschaft im Vergleich zum Rest der Welt auch in den nächsten Jahren beachtliche Zuwächse verzeichnen wird, ist wahrscheinlich unstrittig. Ob wir jedoch davon uneingeschränkt profitieren können, ist für mich äußerst fraglich. Die einfache Rechnung der Europäer: Über eine Mrd. Menschen (China) stellen einen gigantischen Markt dar, der uns erhebliche Exportchancen eröffnet bzw. in dem die Europäer selbst extrem günstig produzieren können. Ich denke, dass bereits jetzt im Low-Techbereich die Absatzmöglichkeiten teurer Nicht-Chinesischer Produkte kaum mehr gegeben sind und hier die Exporte aus China die Oberhand gewonnen haben. Beispiel: Schon jetzt werden in China mehr Fernseher produziert als sonst wo – ein großer Teil davon wird exportiert. Dieser Exportanteil bringt selbstverständlich den europäischen Arbeitskosten-Arbitrage-Händlern einen Gewinn ein – mit direkten depressiven Folgen für die „“Daheimproduzierenden““ bzw. arbeitenden. Es bleibt als Hoffungsträger somit nur die Exportschiene für Produkte mit höchstem Standard. Auch hier gibt es kaum ein Joint-Venture, welches letztlich nicht von China kontrolliert wird, bzw. zeitlich stark limitiert ist. Anders formuliert: Hier bauen wir uns des schnellen kurzfristigen Erfolges wegen eine übermächtige Konkurrenz auf – eine Art trojanisches Pferd – nur anders herum. Ab wann das Pendel beginnt, sich gegen uns auszurichten, ist unklar – einige Stimmen behaupten, durch das Konsumvakuum, das die noch immer fast mittellose Landbevölkerung verursacht, wird Chinas Kraft noch auf unbestimmte Zeit im Inland gebündelt – hoffentlich stimmt das! Eine weitere Unabwägbarkeit ist in einer gewissen Überhitzung der chinesischen Wirtschaft zu finden. Nach allen bekannten Regeln müsste es in den nächsten Jahren eine, wenn auch evtl. nur vorübergehende, Abflachung der Wachstumskurve geben – generelle Überhitzung, potentiell aufkeimende Inflation, es wird von einer extrem hohen Quote fauler Kredite gesprochen, verbaute bzw. fehlgeplante Strukturen, Bilanzunregelmäßigkeiten der börsennotierten Unternehmen, etc., etc.. – nichts also, was es in anderen schnellwachsenden Nationen nicht auch gegeben hätte – vergleichbar mit einem Obstbaum, der jahrelang nicht geschnitten wurde. Es bleibt abzuwarten, wie, von wem und wann die Schere angesetzt wird.

Die europäische Wirtschaft:

Während die USA sich immerhin noch neidischer Kritik bzgl. einer künstlichen Wirtschaftsseifenblase erfreuen können, so gibt es hier noch nicht einmal eine solche. Auch hier vertrete ich weiterhin die Ansicht, dass der angebliche Aufschwung, vor allem in der BRD, lediglich Wunschdenken sein könnte – auch in diesem Jahr – von einigen kleineren z.B. feiertagsbedingten Veränderungen etc. abgesehen. Auf die Gründe näher einzugehen lohnt derweil kaum – zu groß erscheint hierzulande die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Dies ändert sich auch nicht durch die Tatsache, dass man sich nun auf dem richtigen Weg wähnt. Einfache Rechnung: Europa (und insbesondere die BRD) muß ca. 15-25% mehr leisten um den vorhandenen Wohlstand für alle zu sichern bzw. auszubauen und um sich vor der schnellen Konkurrenz in Asien zu behaupten. Einfache Frage: Wird das kurzfristig geschehen? Einfache Antwort: Nein Allerdings: Große Dax-Unternehmen dürften wesentlich besser als kleine, nur auf den inländischen Markt fokussierte Unternehmen abschneiden, in dem sie Produktion und Absatz teilweise ins Ausland verlegen können. Inländische kleinere Unternehmen haben diese Möglichkeit nur begrenzt und werden zunehmend unter der Stagnation leiden. Das Gute daran: In den nächsten Jahren wird sich die Gesamtsituation in z.B. Deutschland zwar weiter verschlechtern, aber der Konsum wird sich noch ein Weile auf hohem Niveau halten. Meine Begründung: Auch bei uns wird es zu importierten deflationären Tendenzen kommen, die unsere unter immer größeren sozialen Belastungen wie steigende Arbeitslosigkeit etc. lebende Bevölkerung mit ausreichend und vor allem auch mit weniger finanziellen Mitteln erwerbbaren Produkten versorgt. Mit anderen Worten: Es geht bergab, und keiner merkt`s…vielleicht sogar die entscheidende Grundvoraussetzung für das aktuelle Defizit zwischen Leistung und Anspruch… Prägnantes Beispiel für importierte Deflation: Vor Kurzem traf ich im ICE von Frankfurt nach Köln einen Geschäftsmann. Dieser hatte einen Regenschirm bei sich; ein echtes Superteil! – für 1$ !!! in Shanghai auf der Straße gekauft. Fazit: Ohne ein krasses Umdenken (bis zu 25% mehr Leistung!), das nicht erfolgen wird, sehen wir die weiteren Aussichten eher gedämpft – mit der „Bremse“ BRD somit auch für den Rest Europas, wenn gleich es dort nicht ähnlich dramatisch ausschaut.

Die Zinsen in Europa:

…dürften sich mit den US-Zinsen auf niedrigem Niveau halten bzw. sinken.

Zusammenfassung für die Märkte:

Die im günstigsten Fall niedrig verbleibenden bzw. sogar tendenziell sinkenden Zinsen können den Börsen in jeden Fall ein wenig Rückhalt geben. Ob niedrige Zinsen langfristig ausreichen, die Aktienmärkte zu stützen, ist dagegen fraglich – wie schon Japan gezeigt hat. Triebfeder für starke bzw. steigende Kurse von Dividendenpapieren sind mittel- und langfristig immer die weiteren Unternehmensaussichten – und hier einzig die „echten“ Umsatzzuwächse – Verbesserungen „nur“ im Kostenbereich haben max. kurzfristigen Einfluss. Die entscheidende Frage bleibt: Ist die Konjunkturerholung nachhaltig oder nicht? Diese Frage muss sich jeder selbst beantworten und danach handeln – der jauchsche 50/50-Joker ist leider nicht zulässig. Nach allgemeiner Sachlage haben wir uns eher für die „problematische“ Variante der zukünftigen Wirtschaftsentwicklung entschieden und „eingeloggt“. (Normalerweise folgt jetzt erst einmal „Werbung“) Daher: Wir sehen auch auf dem jetzt erreichten Korrekturniveau vorerst mehr Chancen auf der Shortseite. Im günstigsten Fall erwarten wir vernünftige Quartalszahlen in Q1, die bis in die 2. Aprilwoche zu einem Rebound der Börsen führen könnten – danach sehen wir eine ca. 3-4 monatige Top-Konsolidierung mit Ausschlägen von ca. +/- 7% in beide Richtungen. Im (für Longanleger) ungünstigen Fall gibt es vom jetzigen Niveau nur bestenfalls kleine, angedeutete Zwischenrallys (z.B. Dax bis auf max. ca. 3950) bis ebenfalls in die ca. 1.-2. Aprilwoche hinein. Für den Fall, dass die Q-Zahlen – und vor allem die Ausblicke – den Erwartungen nicht stand halten können, sehen wir das Risiko des gefürchteten negativen Gaps der Nachrichtenlage (hierbei verschlechtern sich die Realnachrichten in einem nur schwer verdaulichen Tempo im Gegensatz zu der maximal spärlich zurückgenommenen Erwartungshaltung – die Folge ist i.d.R. ein schneller und deutlicher Ausverkauf). Der anschließende starke Ausverkauf könnte 10-20% (DAX; andere Märkte entsprechend ihrer Volatilität) „kosten“ und müsste sich ab ca. Anfang April bis ca. Mitte Mai ereignen. Anschließend dürften sich die Märkte jedoch nochmals ca. 2-4 Monate nach oben bewegen. Die Möglichkeit eines schnellen Verfalls wird vor allem dann wahrscheinlich, wenn wir – was derzeit noch völlig offen ist – in dieser evtl. Bärenmarktrally das Hoch bereits gesehen haben. Dann wird „der Markt“ die Anleger mit diesem schnellen Verfall regelrecht schocken und Ihnen die Durchhalte- bzw. Nachkaufposition „zuschieben“. Aber: Soweit sind wir noch nicht – entscheidend werden die Ausblicke der berichtenden Unternehmen sein. Wo viel Schatten ist, ist auch Licht: Positiv „sehen“ wir weiterhin den Anleihebereich. Nach unserer ersten Empfehlung konnten langlaufende US-Titel schon bis zu 7% zulegen! Hier ist noch immer einegroße Zurückhaltung der Anleger spürbar – als zu gering wird die Rendite bewertet. Dies ist sicher richtig – auf den ersten Blick und mit der Erwartung stark steigender Aktienpreise. Aber: Es könnte sein, dass gegen Jahresende einige über die paar %chen froh sein werden. Und das Gold natürlich: Zwar noch immer in der Konsolidierung, aber wir erwarten hier neue Höchstkurse innerhalb von max. 5 Monaten – evtl. (auch wesentlich) früher. Wichtig für den Goldtrend wird sein, dass sich das Metall von seiner $-Bindung abkoppelt – auch dieses erwarten wir zunehmend in den nächsten Monaten.

Zu erwartende Ereignisse im 2.Q:

Neben dem sicheren Klassenerhalt der Kölner Fußballmannschaft (bei nur 9 Punkten Rückstand auf das rettende Ufer dürfte dies reine Formsache sein) hat Starbörsenastrologe Arch Crawford für den Monat Juni erhebliche Börsenbewegungen vorhergesagt. In diesem Zusammenhang: Ich selbst bin kein Anhänger von „übergeordneten“ Analysemethoden – dennoch sind derartige Methoden rein statistisch besser als ihr Ruf. Während die Allgemeinheit einem Astrologen oder gar einem Würfelspieler kaum eine Chance zubilligt, so liegt diese doch rein mathematisch immer bei „mindestens“ 50/50. Dagegen sind Meinungen von Analysten statistisch zu weniger als 50% richtig – hier verderben Interessenskonflikte und prozyklisches Verhalten die Quote. Aus diesem Grund gewinnen die Glückspieler (z.B. lässt man ein Kleinkind oder gar einen Schimpansen mit Dartpfeilen auf das Wall-Street-Journal werfen) regelmäßig gegen die Topanalysten – wer hätte das gedacht.

Also – die Würfel auf den Tisch und viel Erfolg im 2. Q. – bzw. ein glückliches Händchen bei Ihren Börsenentscheidungen…

Geschrieben von Henry Littig